Villa Kunterbunt: Viele Heftli voller Wünsche

Schon Wochen vor Weihnachten flattern Kataloge von Detailhändler ins Haus. Sie beschäftigen nicht nur die Söhne stundenlang.

Roger Berhalter
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Schon fies, diese Heftli, die seit Wochen ins Haus flattern. Mit viel Spielzeug drin und voller Kleberli, mit denen sich die Kinder einen Wunschzettel zusammenstellen können. Als der erste Katalog eines Detailhändlers im Briefkasten lag, waren meine Söhne danach für Stunden beschäftigt. Sie schauten, sie blätterten und sie klebten. Jetzt wimmelt es in unserem Haushalt von Wunschzetteln.

Täglich vollzieht sich das gleiche Ritual: «Papa, Wunschheftli anschauen!» (Ja, wir haben sogar eine familieninterne Bezeichnung für die Kataloge.) Meist betrachte ich schon vor dem ersten Kaffee Plastikdrachen, Ritterburgen, Ninjas, Roboter und Geisterjäger. Seit neustem wünschen sich meine Kinder auch Dinge für andere. Für mich steht ein Zauberkasten auf dem Wunschzettel. Der Vater als Magier, damit kann ich gut leben.

Weniger gefallen mir die Preise vieler Spielsachen. 100 Franken für ein paar Bauklötzchen aus Plastik. Sind die mit Gold überzogen? Diamantenbesetzt? Von Hand gegossen? Die Preissumme aller Wunschzettel übersteigt mittlerweile den Monatslohn von meiner Frau und mir. Einmal versuche ich beim Heftli-Anschauen zu intervenieren: «Das geht nicht, das ist zu teuer.» Mein Sohn sieht mich ernst an und beschwichtigt: «Aber das Christkind ist doch megareich!»