Vermietung von Ferienwohnungen

Die Frühlingsferien haben eben begonnen. Viele Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien auch dieses Jahr wieder in einer Ferienwohnung.

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Ferienwohnungen zu vermieten, wie hier in Grindelwald, muss gut organisiert sein. (Bild: ky)

Ferienwohnungen zu vermieten, wie hier in Grindelwald, muss gut organisiert sein. (Bild: ky)

Die Frühlingsferien haben eben begonnen. Viele Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien auch dieses Jahr wieder in einer Ferienwohnung. Der Hauseigentümerverband erklärt, was die Mieter und Vermieter beim Abschluss eines Mietvertrages für eine Ferienwohnung beachten sollten, um späteren Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.

Vorab ist festzuhalten, dass bei der kurzfristigen Vermietung von Ferienwohnungen – also eine Mietdauer von höchstens drei Monaten – die Schutzbestimmungen des Mietrechtes bezüglich der Miete von Wohn- und Geschäftsräumen nicht zur Anwendung kommen (Bestimmungen betreffend Kündigungsschutz und Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen).

Befristete Mietverträge

Bei der kurzfristigen Vermietung von Ferienwohnungen werden stets befristete Mietverträge abgeschlossen, die automatisch mit Mietablauf enden. Eine Kündigung ist also nicht notwendig.

Kurzfristige Mietverhältnisse können nicht erstreckt werden; eine Verlängerung der Mietdauer ist nur nach Absprache möglich, bedarf also stets der ausdrücklichen Zustimmung des Vermieters.

Um Missverständnissen vorzubeugen, ist im Mietvertrag klar zu regeln, was im Mietzins inbegriffen ist. Zudem sollte vermerkt sein, auf wie viele Benutzer sich der Mietzins bezieht. Nebst der Wohnungsbenutzung samt Inventar können die Bettwäsche, die Heiz- und Warmwasserkosten, der elektrische Strom sowie die Kosten der Schlussreinigung im Mietzins enthalten sein. Kurtaxen und allfällige Telefontaxen sind in der Regel separat geschuldet.

Zu regeln ist die allfällige Möglichkeit der Miete eines Autoabstellplatzes beziehungsweise einer Garage unter Angabe des Mietpreises. Kann der Vermieter einer Ferienwohnung keine Autoabstellplätze zur Verfügung stellen, sollte er im Mietvertrag darauf hinweisen. Zu regeln sind auch die Modalitäten der Bezahlung (z. B. Anzahlung bei Reservation, Fälligkeit der Restzahlung 20 Tage vor Antritt der Ferien).

Inventarverzeichnis

Im Mietvertrag sollte auf die Ausstattung der Wohnung hingewiesen werden (TV-Apparat, Radio, Telefon, Internetanschluss, Waschmaschine, Geschirrspüler, Kochherd, Kühlschrank, Bettwäsche). Zudem sind Hinweise auf Lage der Ferienwohnung, Anzahl und Grösse der Zimmer, Balkon/Terrasse und eine mögliche Gartenbenutzung (mit oder ohne Gartenmöbel) sinnvoll. In einem separaten Inventarverzeichnis sollten Betten, übriges Mobiliar, Geschirr, Bettwäsche und allfällige Badezimmer- und Küchenwäsche sowie Schlüssel aufgelistet werden.

Rückgabe und Schlussreinigung

Im Mietvertrag sind die Zeiten des Bezuges und der Rückgabe der Ferienwohnung zu regeln. Wenn der Mieter die Schlussreinigung selber besorgen soll, sollte dies im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart werden. Um Streitigkeiten über Reinigungsfragen vorzubeugen, empfiehlt sich allerdings bei Ferienwohnungen die Schlussreinigung durch den Vermieter (bzw. durch von diesem beauftragtes Personal). Die Kosten der Schlussreinigung können in diesem Fall dem Mieter im Mietvertrag über den Mietzins oder in Form eines Pauschalbetrages weiterverrechnet werden.

Rücktritt vom Vertrag?

Häufig wird festgehalten, dass bei Nichteintreffen der Anzahlung innert einer bestimmten Frist der Vermieter die Ferienwohnung anderweitig vermieten kann, ohne ersatzpflichtig zu werden. Der Mieter hat grundsätzlich nach Zustandekommen des Vertrages keine rechtliche Möglichkeit mehr, vom Vertrag zurückzutreten, es sei denn, das Mietobjekt entspreche in wesentlichen Punkten nicht den vertraglichen Vereinbarungen.

Wichtige persönliche Gründe, die einem Mieter die Ferien verunmöglichen (Todesfall eines Angehörigen, Unfall, Krankheit, Scheidung), räumen diesem keinen kostenlosen Rücktritt vom Mietvertrag ein. Reist der Mieter verspätet an oder verfrüht ab, schuldet der Mieter ebenfalls stets den gesamten vereinbarten Mietzins. Es wird dem Mieter empfohlen, für solche Fälle eine Reise-Annullationsversicherung abzuschliessen. Ungünstige Wetteraussichten berechtigen ebenfalls nicht zu einem kostenlosen Rücktritt vom Vertrag; derartige Gründe lassen sich zudem nicht versichern. Thomas Oberle

Der Autor ist Jurist beim Hauseigentümerverband Schweiz. Beim Drucksachenverkauf des HEV Schweiz (044 254 90 20) kann ein Mietvertrag für die kurzfristige Miete von Ferienwohnungen bezogen werden. www.hev-schweiz.ch

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