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Kolumne

Veganismus ist mehr Lifestyle als Ethik

Vegan, das ist 2019 die hippe Nichte des etwas muffigen ÖkoOnkels. Vegan ist mehr als eine Ernährungsweise, es ist ein Lifestyle.
Katja Fischer De Santi
Katja Fischer De Santi

Katja Fischer De Santi

Veganes Essen wird nicht mit Verzicht und faden Lebensmitteln aus dem Reformhaus assoziiert, sondern mit schicken Smoothies und schlanken jungen Frauen, die auf ihren Blogs zeigen, wie sie aus exotischen Zutaten trendige Rezepte kreieren. Die Maxime: gut essen mit gutem Gewissen.

Coop hat das mit seinen vegetarischen bis veganen «Karma»-Produkten perfekt auf den Punkt gebracht. Trendige Halbfertigprodukte wie Kokosnussbällchen, Cashewmus oder Linsen-Curry werden in schönen Verpackungen an den Mann und vor allem die Frau gebracht (siehe auch Text unten). Die Zielgruppe sind keineswegs Vegetarier und Veganerinnen. Mit rund sechs Prozent wäre das eine absolut irrelevante Gruppe, für die es sich keinesfalls lohnen würde, 800 Produkte in die Regale zu stellen.

Nein, die Zielgruppe sind junge, konsumbewusste Flexitarier mit Vorliebe zum Experimentellen. Denn ökologisch sinnvoll sind diese mehrfach verpackten Lebensmittel mit langen Transportwegen in den wenigsten Fällen. Gesünder als ein Apfel sowieso nicht, und verbessern tun sie höchstens das Karma des Finanzchefs.

Doch viele Leute verbinden mit vegan automatisch gesünder. So klebt auf der klebrig-süssen Fruchtglace nun plötzlich ein Vegan-Siegel. Greifen Menschen mit Gewissen beherzt zu veganem Saft und Wein. Vegan, das ist für Produzenten und Grossverteiler vorab ein Label, um austauschbaren Produkten ein Image von Gesundheit und heiler Welt zu geben. Zumindest musste für den veganen Wein und die hippen Kokosbällchen kein Tier sterben. Aber ob die Rebe auch weniger gespritzt wurde und ob die Arbeiter auf der Kokosplantage fair entlöhnt wurden, ist eine kompliziertere Frage. Dafür kann sich der muffige Öko-Onkel interessieren – diese Spassbremse.

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