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Sommerferien: Über den Trend zu spontaner Reisebuchung und wie Sie bei der Handynutzung im Ausland Kosten sparen

Dank des Internets buchen die Leute auch grössere Reisen spontan. Das kann zu Problemen führen.
Pascal Ritter

Noch niemals in New York war der von Udo Jürgens besungene Mann, der davon träumt, den Gang zum Kiosk zur spontanen Flucht vor allen Zwängen zu nutzen. Doch dann fehlt ihm der Mut und er kehrt zurück auf das Sofa und schaut «Wetten, dass...» Als das Lied 1982 erschien, war das Internet etwa so bekannt wie «Wetten, dass...» bei heutigen Schulkindern. Vielleicht würde der mutlose Raucher heute zu seinem Smartphone greifen und sich ein Uber zum Flughafen bestellen. Und noch bevor er seine Zigaretten am Kiosk gekauft hätte, ginge die Buchungsbestätigung für seinen Flug ein.

Dank der digitalen Hilfsmittel und Fluggesellschaften, die mit kurzfristigen Rabatten und Ausverkäufen auch Flüge nach Asien oder Afrika erschwinglich machen, lässt es sich von einem auf den anderen Tag auch weiter weg und für längere Zeit verreisen. Eine neue Spontaneität hält Einzug ins Reisen. Die Dauer zwischen Buchung und Übergabe der Schlüssel einer Ferienwohnung hat sich zwischen 2015 und 2018 von 79 auf 39 Tage halbiert. Das hat die Auswertung von Buchungen auf Plattformen für Ferienhäuser ergeben.

Diese Spontaneität kann gefährlich sein. Etwa dann, wenn man in Gebiete mit Tropenkrankheiten reist und sich nicht darauf vorbereitet hat. «Vorbereitung und die medizinische Vorsorge werden zum Opfer der Spontaneität», sagte Reisemedizinerin Danielle Gyurech kürzlich in einem Interview mit dem Branchenportal «Travelnews.ch». Sie stellte fest, dass bei Onlinebuchungen die medizinische Prävention «höchstens im Kleingedruckten» stattfinde.

Probleme mit Reisedokumenten

Wer für den nächsten Tag eine Reise etwa nach Brasilien bucht, hat zum Beispiel keine Chance, sich noch wirksam gegen Gelbfieber zu impfen, obwohl dies empfohlen wird. Bis der Körper nach der Spritze die nötigen Abwehrkräfte entwickelt hat, dauert es zehn Tage. Esther Künzli, Oberärztin am Tropen- und Public-Health-Institut in Basel, empfiehlt trotzdem, sich auch bei spontanen Reisen in Risikogebiete reisemedizinisch beraten zu lassen. «Man kann auch einen Tag vor der Abreise noch etwas für seine Gesundheit tun», sagt sie.

Spontanes Verreisen kann zudem zu Problemen mit Reisedokumenten führen. Je nach Destination ist es nicht möglich, nötige Einreisevisa kurzfristig zu beschaffen. Es empfiehlt sich daher, für Spontantrips nur Länder ohne Visapflicht auszuwählen. Zu beachten gilt zudem, dass manche Länder einen Pass verlangen, der noch für einen bestimmen Zeitraum über das Einreisedatum hinaus gültig bleibt.

Auch beim Rucksacktouristen-Reisebüro Globetrotter spürt man die neue Spontaneität. Patrick Binz ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Geschäft. « Früher kamen die Leute ein Jahr im Voraus. Heute gibt es vermehrt Leute, die sagen mir: ‹Ich will nächste Woche auf Weltreise gehen.›» Der Wunsch kann nicht immer erfüllt werden. Je genauer und exklusiver die Vorstellungen sind, desto schwieriger wird es. Wer in Botswana eine Lodge mieten will, der wird kaum kurzfristig fündig, denn die Plätze sind genauso beschränkt wie begehrt. Und wer in Australien die Gibb River Road befahren will, kann das nicht tun, wenn er keinen Geländewagen mehr ergattert. «Ich sage den Kunden manchmal, sie sollen doch ihre Reise erst nächstes Jahr antreten, damit all ihre Wünsche dann auch in Erfüllung gehen», sagt Binz.

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