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Glosse

Tierischer Trend aus den USA: Hundehochzeiten

Hunde, von Natur aus nicht besonders monogam veranlagt, haben das Heiraten für sich entdeckt. Die arrangierten Ehen erfreuen vor allem die Hundehalter und eine ganze Partyindustrie.
Simon Maurer
Der Fototermin ist das wichtigste Element der Hundehochzeit.

Der Fototermin ist das wichtigste Element der Hundehochzeit.

Seitdem Hollywoodlegende Whoopi Goldberg im amerikanischen Fernsehen von der Hochzeit ihres Hundeenkels (engl. Granddog, der Hund ihres Enkels) Filmore berichtete, organisieren immer mehr Menschen Trauungen für ihre Vierbeiner.

Sekt für die Hunde

Die Tierhochzeiten sind nicht nur für das Hochzeitspaar und dessen menschliche Pflegeeltern ein Fest: Oft wird die ganze Familie eingeladen, manchmal auch die Hundefreunde des Paares, die als Plus-One ihre Halter mitbringen. Das lohnt sich für alle, denn beim Anlass gibt es Speis und Trank für Mensch und Tier. Herrchen und Frauchen trinken Prosecco, Fido und seine Freunde sogenannten Pawsecco (engl. Pfoten-Secco). Zum Dessert werden Hundekuchen gereicht, meistens wird eine passende Alternative für die empfindlichen Mägen der Zweibeiner angeboten.

Im Unterschied zu Menschen-Hochzeiten organisiert der Rüde keinen Ring für seine Hündin. Ein solcher wäre für sie etwas schwierig über die Pfote zu streifen. Aber wenn der Hundeherr Stil hat, schenkt er der Braut stattdessen ein Halsband mit Swarovski-Steinen. Selbstverständlich in Kombination mit einer langen eleganten Leine. Im Jahr 2019 ist das An-der-kurzen-Leine-halten nämlich auch bei Hunde Weibchen out.

Zwangshochzeiten sind üblich, Seitensprünge auch

Einziger Schönheitsfehler dieser Festivitäten: Bei genauem Betrachten handelt es sich doch in den allermeisten Fällen um arrangierte Ehen, wenn nicht sogar von Zwangsheirat gesprochen werden muss. Denn die Fidos und Lunas dieser Welt haben bei der Partnerwahl nichts zu melden. Nichts mit wahrer Liebe und sexueller Freiheit. Dass dies zu Unzufriedenheit führt, ist klar: So werden immer wieder Hundegatten beobachtet, die schon während des Honeymoons fremde Weibchen bespringen.

Hauptsache der Fotograf ist dabei

Aber wen interessiert es, es geht darum, ein grosses Fest zu feiern. Wenn schon die Hundehalter zweimal geschieden und schwer vermittelbar sind, soll wenigstens der Hund im siebten Hochzeitshimmel schweben. Wichtigstes Element dabei: der professionelle Fotograf. Denn er muss die Braut und den Bräutigam, die sich extra in Minianzug und weisses Rüschenkleid gepresst haben, vor angemessener Kulisse fotografieren. Schliesslich sollen sich die beiden später an den schönsten Tag in ihrem Leben zurückerinnern können. Oder zumindest deren Herrchen und Frauchen. Hunde sind da nicht so sentimental.

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