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Tag des Kompliments – was darf man eigentlich noch sagen?

Zum Welttag des Kompliments geben wir Ihnen Tipps, wie Sie richtig Komplimente verteilen. Denn dass Komplimente etwas Gutes sind, darüber ist man sich über alle Gesellschaftsschichten und politische Einstellungen hinweg einig. Doch das Kompliment ist in Verruf geraten.
Maria Brehmer

Am 1. März ist Tag des Kompliments, und am Tag des Kompliments gehört dem Kompliment ein Kompliment gemacht. Komplimente eröffnen Gespräche, stärken Freundschaften, erleichtern uns die Arbeit. Komplimente machen aus Fremden Freunde und macht mir eine alte Dame im Bus ein Kompliment zu meinem roten Lippenstift, dann möchte ich vor Rührung am liebsten in Tränen ausbrechen.

Ist ein Kompliment heute ein Risiko?

Komplimente sehen immer das Gute, auch dann noch, wenn alles andere gerade nicht so gut ist. Komplimente erleichtern unser Miteinander – oder zumindest taten sie das. Die letzten Jahre ist das Kompliment mächtig unter Verruf geraten. Ein Kompliment ist heute ein Risiko. Wann aus dem Kompliment eine unangebrachte Bemerkung, ja gar ein Übergriff wird, ist oft unklar. Wirklich?

Neue Rituale finden

Aktuelle Diskussionen rund um Sexismus, Gleichberechtigung und Normen machen uns unsicher. In Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, in denen wir uns zweifelsohne befinden, müssen sich Rituale erst noch einpendeln, während wir derzeit noch von Unklarheit umgeben sind.

Was vor ein paar Jahren Frauen wie Männer noch halbwegs durchgehen liessen, etwa wenn ein Mann einer Frau in der Öffentlichkeit ein Kompliment zu ihrem «heissen Fahrgestell» machte, gilt heute nicht mehr als in Ordnung. Vor allem Männer fürchten, mit an Frauen gerichtete Komplimente als blöder Anmacher zu gelten. Sie befürchten Reaktionen, die sie nicht beabsichtigten. Eine Unsicherheit, die verständlich ist. Doch leicht zu beheben. Ein Kompliment sollte Freude machen, vor allem bei dem, der es empfängt. Beim «geiles Fahrgestell»-Kompliment ist das mehr als fraglich.

«Was darf ich überhaupt noch?»

«Darf ich denn heute gar nichts mehr sagen?», fragt sich manch einer, der gerne Komplimente austeilt, aber nicht mehr recht weiss, wie. Natürlich darf man. Man soll sogar. Wer Komplimente machen will, die auch tatsächlich als solche wahrgenommen werden, muss einige Regeln beachten. Sie gelten für alle Geschlechter.

  • Ehrlichkeit: Geben Sie sich Mühe, wenn Sie jemandem ein Kompliment machen. Meinen Sie es ehrlich und sagen sie nichts, nur um bei Ihrem Gegenüber eine Reaktion provozieren zu wollen.
  • Wertschätzung: Komplimente sollten Wertschätzung ausdrücken. Sie stärken den Selbstwert derjenigen, an die sie sich richten und verletzen auf keinen Fall die Würde. Fragen Sie sich etwa: Wäre es in Ordnung, wenn ich dieses Kompliment auch meiner eigenen Tochter machen würde?
  • Inhalt: Frauen freuen sich nicht nur über Komplimente, die ihr Aussehen betreffen.
  • Vielfalt: Machen Sie jemandem Komplimente zu dessen Arbeit, Ausdrucksform, Auftreten, Kochkunst, Schlagfertigkeit, Wissen, etc.
  • Versteckte Verachtung: Verbales Tätscheln ist kein Kompliment: Wenn in einem Kompliment das Wundern darüber, dass diese Person die Aufgabe tatsächlich erfüllte, mitschwingt, dann ist das herablassend.
  • Keine Bewertungen: Bewertungen werden oft nicht als Komplimente aufgefasst. «Für dein Alter hast du echt schöne Beine» oder «dein Po ist so knackig wie der von Heidi Klum» ist weder originell noch aufbauend, sondern verstärkt den Konkurrenzdruck, dem wir uns ohnehin schon alle ständig ausgesetzt fühlen.
  • Seltenheit: Ein Kompliment ist dann umso besser, je seltener es gebraucht wird. «Du hast schöne Augen» – zu oft. «Keine reisst Post-its liebevoller ab als du» – selten. Gut!
  • Menschenverstand: Lassen Sie gesunden Menschenverstand walten: Passen Sie Ihr Kompliment dem Kontext an. Konkret heisst das, dass Sie sich im professionellen Kontext auf die professionelle Leistung beziehen sollten. Im privaten Umfeld, etwa abends in der Bar, dürfen Komplimente durchaus flirty sein. Auch hier gilt: Ihr Kompliment sollte dem Gegenüber Freude machen.

Und zuletzt noch dieser Tipp: Machen Sie mehr Komplimente. Viel mehr! Komplimente machen die Menschheit liebenswerter.

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