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Steuerabzug für Haushaltshilfe?

Eine neue Waschmaschine kann von der Steuer abgezogen werden, nicht ganz so einfach ist es im Fall einer Haushaltshilfe. Diese und andere Leserfragen beantwortet unser Steuerexperte José Muro.

Haushaltshilfe

Ich benötige aufgrund eines Unfalles vor 20 Jahren eine Haushaltshilfe. Können die Kosten einer Haushaltshilfe in Abzug gebracht werden? Laut einer älteren Auskunft des Steueramtes gibt es keine Abzugsmöglichkeit.

Muro: Im Gegensatz zur Kinderbetreuung gehören Kosten im Zusammenhang mit einer Haushaltshilfe grundsätzlich zu den privaten Lebenshaltungskosten und sind steuerlich nicht abzugsfähig.

Die einzige Ausnahme, bei der sich solche Aufwendungen steuerlich auswirken, ist bei behinderungsbedingten Kosten. Mit dem Behindertengleichstellungsgesetz sind steuerliche Erleichterungen für behinderte Menschen eingeführt worden, und zwar auf den 1. Januar 2005. Kosten der aufgrund einer Behinderung nötigen Hilfe im Haushalt (und der Kinderbetreuung) sind prinzipiell abzugsfähig.

Voraussetzung für die uneingeschränkte Abzugsfähigkeit ist das Vorliegen eines ärztlichen Attestes, das bestätigt, dass Haushaltsarbeiten in Folge der Behinderung nicht mehr ohne Hilfe ausgeübt werden können.

Zu beachten ist, dass nur jene Kosten abzugsfähig sind, die vom Steuerpflichtigen selbst getragen werden. Als solche gelten Kosten, die der steuerpflichtigen Person nach Abzug aller Leistungen (Versicherungen/öffentliche oder private Institutionen) zur Zahlung verbleiben.

Mühsam wird die Ermittlung der selbst getragenen Kosten, wenn Versicherungen Kapitalleistungen ausrichten. Sehr häufig wird im Zusammenhang mit einem Unfall ein pauschaler Betrag für den künftigen Haushaltschaden ausbezahlt.

Hier entfällt ein Abzug für behinderungsbedingte Kosten solange, bis die steuerpflichtige Person (mittels einer Schattenrechnung) den Nachweis erbringt, dass die tatsächlichen Kosten die Höhe dieser ausgerichteten Kapitalleistung übersteigen.

Aufgrund dessen gilt zu prüfen, ob Sie behinderungsbedingte Kosten geltend machen können. Dies beinhaltet ein ärztliches Attest über die Behinderung sowie der Nachweis, dass Kosten entstanden sind, die nicht bereits über eine Versicherungsleistung beglichen wurden.

Abfindungssumme wegen Personalabbaus

Ich habe 28 Jahre ununterbrochen im gleichen Betrieb gearbeitet und im Zuge eines Personalabbaus, von dem ich persönlich betroffen war, Ende des vergangenen Jahres eine grössere Abfindungssumme erhalten. Wie erfolgt die Versteuerung dieses Betrages?

Muro: Bei Entschädigungen seitens des Arbeitgebers bestehen drei Arten von Besteuerungsmodellen. Erstens werden laufende Lohn- und Bonuszahlungen sowie Dienstaltersgeschenke (einige Kantone haben hierfür Spezialregelungen) mit dem übrigen Einkommen zum ordentlichen Satz besteuert.

Zweitens werden Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen mit den übrigen Einkünften besteuert. Sie werden jedoch für die Satzbestimmung nur zu dem Wert angerechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde (sogenannter Rentensatz). Der Satz ist abhängig vom Rentenbetrag und dieser wiederum von der Zeitdauer, für die eine Abfindung künftige Leistungen oder Aufwendungen abdeckt.

Der Grund für die Satzbestimmung ist tariflicher Natur und verhindert eine überprogressive Besteuerung.

Und drittens werden Kapitalabfindungen mit Vorsorgecharakter mit einer gesondert vom übrigen Einkommen berechneten vollen Jahressteuer erfasst. Mit der gesonderten Besteuerung wird verhindert, dass diese ausserordentlichen Einkünfte durch das übrige Einkommen auf eine höhere Progressionsstufe gehoben werden.

Die vom Arbeitgeber bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgerichteten Abgangsentschädigungen können verschiedene Gründe haben (z. B. Schmerzensgeld für die Entlassung, Treueprämie für langjährige Dienstverhältnisse, Risikoprämie für die persönliche Sicherheit und berufliche Zukunft, Entgelt für erbrachte Arbeitsleistung, Ausgleich allfälliger Vorsorgelücken usw.). Oft handelt es sich um pauschale Abfindungssummen, deren Zweckbestimmung nicht immer klar ist.

In Ihrem Fall schlage ich vor, dass Sie die Abfindungssumme auf der Seite 2 unter der Rubrik «Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen» in der Steuererklärung deklarieren und alle Unterlagen beilegen. So kann die Steuerbehörde den wahren Charakter der Abgangsentschädigung erörtern und feststellen, wann eine Abgangsentschädigung Vorsorgecharakter hat und wann sie Ersatzeinkommen darstellt und die Besteuerung entsprechend vornehmen.

Eigenmietwert bei Altersheimeintritt

Meine über 90jährige Mutter ist im Laufe des Jahres 2008 ins Altersheim eingetreten. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie in ihrem Einfamilienhaus gelebt. Nach längeren Bemühungen hat meine Mutter die Liegenschaft Ende 2009 verkauft. Nun helfe ich ihr bei der Steuererklärung 2009 und stelle bei der Aktendurchsicht überraschenderweise fest, dass die Steuerbehörde für das ganze Jahr 2008 den Eigenmietwert angerechnet hat. Muss meine Mutter im Jahr 2009 den Eigenmietwert versteuern, obwohl sie im Altersheim lebt?

Muro: Vor der Beantwortung dieser Frage möchte ich festhalten, dass ich in der Praxis schon unterschiedliche Varianten von Eigenmietwertbesteuerungen bis zu einem Verkauf feststellen konnte. Dies hat zum einen mit kantonalen Unterschieden und zum anderen damit zu tun, dass der Mietwert grundsätzlich auch dann voll zugerechnet wird, wenn das Eigenheim überhaupt nicht, nur zeitweise oder aber auch nur teilweise benützt wird, objektiv betrachtet aber das ganze Jahr und vollumfänglich benutzt werden könnte. Subjektive Gründe für eine beschränkte Benützung sind unbeachtlich.

Das zentrale Thema bei der Nutzung ist, was die Steuerbehörde als objektive Gründe für eine Nichtbenutzung des Eigenheims zulässt. Ein Wohnsitzwechsel in eine andere Gemeinde oder in ein Altersheim mit gleichzeitigen Verkaufsbemühungen sind schon sehr triftige Gründe für eine Nichtnutzung.

Häufig wird die Liegenschaft bis zum Verkauf auch nicht mehr beheizt und das Bewohnen der Liegenschaft ist dann ausgeschlossen. Oder in anderen Worten: Es handelt sich schlicht um einen Leerstand des Eigenheims bis zum Verkauf. Ich würde in der Steuererklärung 2009 keinen Eigenmietwert deklarieren mit dem Hinweis, dass Ihre Mutter den Wohnsitz verlegt hat, und dass es bis zum Liegenschaftsverkauf keine Nutzung gab. Allfällige Liegenschaftsaufwendungen und Schuldzinsen sind steuerlich abzugsfähig.

Verkauf der Liegenschaft an den Sohn

Meine Frau und ich haben ein Einfamilienhaus im Westen der Stadt St. Gallen, wo wir unsere Kinder grossgezogen haben. Nachdem nun alle ausgezogen sind und wir in eine kleinere Stadtwohnung ziehen wollen, haben wir entschieden, das Einfamilienhaus unserem ältesten Sohn zu verkaufen, und zwar zum amtlichen Verkehrswert. Löst dieser Vorgang Steuern aus?

Muro: Bei dieser Frage sind zwei Steuerarten involviert: Grundstückgewinnsteuern und Handänderungssteuern. Bei der Grundstückgewinnsteuer ist zu prüfen, wie hoch Ihre Anlagekosten (Kaufpreis oder ursprüngliche Baukosten) waren, und ob sich unter Beachtung des amtlichen Verkehrswertes und der Kauf- und Verkaufsnebenkosten überhaupt ein Gewinn ergibt.

Sollten die gesamten Kosten unter dem amtlichen Verkehrswert liegen, realisieren Sie einen Gewinn, der mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst wird. Der Tarif ist analog zur Einkommenssteuer progressiv ausgestaltet. Das heisst, je höher der Gewinn ausfällt, desto höher wird die prozentuale Steuerbelastung. War das Grundstück über 15 Jahre in Ihrem Eigentum, wird die Steuer nach einem speziellen Modus ermässigt. Dass Ihre Liegenschaft an Ihren Sohn verkauft wird, ändert an der Steuerbelastung nichts.

Sollten die Anlagekosten über dem amtlichen Verkehrswert liegen, fällt kein Gewinn und somit auch keine Grundstückgewinnsteuer an. Die Handänderungssteuer im Kanton St. Gallen beträgt üblicherweise ein Prozent, bei Handänderungen zwischen Eltern und ihren Kindern wird der Steuersatz um die Hälfte ermässigt, beträgt also noch 0,5 Prozent des Kaufpreises.

Waschmaschine

Kann ein Eigenheimbesitzer die Anschaffung einer Waschmaschine in Abzug bringen? Unsere alte Waschmaschine ist defekt und nicht mehr reparierbar.

José Muro: Zu den Unterhaltskosten privater Liegenschaften gehören Instandhaltungs-, Instandstellungs-, Ersatzbeschaffungs- sowie Betriebs- und Verwaltungskosten. Die Ersatzbeschaffung bezieht sich auf Einrichtungsgegenstände liegenschaftlicher Natur, die unbrauchbar geworden oder technisch überholt sind.

Als Beispiele kommen in Frage: Ersatz der Kamin- und Heizungsanlage, Ersatz der Waschmaschine oder der Kücheneinrichtung. Der Ersatz ist von der erstmaligen Anschaffung zu unterscheiden, welche zu den Anlagekosten der Liegenschaft zählt. In Ihrem Fall kann der Ersatz der Waschmaschine steuerlich in Abzug gebracht werden. Bei der Erstellung der Steuererklärung empfehle ich zu prüfen, ob der Pauschalabzug (je nach Kanton und Alter der Liegenschaft zwischen 10 und 20 Prozent des Mietwertes) gegenüber den effektiven Kosten vorteilhafter wäre.

Eigenheim oder Altersheim: Worauf man bei der Steuererklärung achten muss. (Bilder: fotolia, Urs Jaudas)

Eigenheim oder Altersheim: Worauf man bei der Steuererklärung achten muss. (Bilder: fotolia, Urs Jaudas)

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