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Felix Unholz …ordnet seine Freunde nicht

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Bürofreunde, Busenfreunde, Lebensabschnittsfreunde – im Social Web können wir unsere Kontakte ordnen: bei Google+ in Kreisen, auf Facebook in Listen. «Auf meine engste Facebook-Liste kommst du nicht», teilt mir Medienwissenschafter Mättu mit, als ich ihn an einer Konferenz eigentlich nur um eine klassische Visitenkarte bitte. «Mir egal, ich kategorisiere meine Freunde nicht.» – «Solltest du aber. Falls du mal berühmt wirst und dir jemand etwas Böses will.»

Was Mättu verdrängt: Das Böse lässt sich nicht durch Listen fernhalten. Klar, der Chef sieht unsere Beziehungseskapaden nicht, und die privaten Fotos vom Familienfest gibt's nur für die, die auch dabei waren. Aber wer diese Infos wirklich haben will, bekommt sie auch so: Wenn wir in die Bar zum Umtrunk geladen werden und nach einigen Gläsern Wein unser Passwort ausplaudern, nennt sich das Social Engineering. Und wie oft ist es schon passiert, dass wir uns am Arbeitsplatz nicht ausgeloggt haben? Spionage droht auch von Facebook selbst. Schliesslich vervollständigen wir mit den Freundeslisten unser Persönlichkeitsprofil.

Dabei geht es ohne mühsames Listenführen mit einer einfachen Regel: «Veröffentliche auf Facebook nur Dinge, für die du dich auch in der Öffentlichkeit nicht schämen musst.»

Felix Unholz schreibt wöchentlich über das Leben mit Facebook. Feedback:

www.facebook.com/felixunholz