Star Wars gegen Mickey Mouse

Die Comic-, Manga- und Filmbörse im Zürcher Volkshaus ist Treffpunkt der Schweizer Comic- und Requisitensammler - und eine Fundgrube für kindergerechte Weihnachtsgeschenke.

Martin Wilhelm
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Zu Gast: Felix Schaad mit «Eva». (Bild: pd)

Zu Gast: Felix Schaad mit «Eva». (Bild: pd)

Wer zufälligerweise am Sonntag in Zürich unterwegs sein sollte, darf sich nicht wundern: Von den roboterähnlichen, weiss maskierten oder goldig bespritzten Figuren, denen Sie vielleicht in der Nähe vom Hauptbahnhof begegnen, geht keine Gefahr aus. Es sind Mitglieder des Schweizer Star-Wars-Fanclubs auf dem Weg an die 31. Comic-, Manga- und Filmbörse im Zürcher Volkshaus.

Die Börse hat sich in fast zwanzig Jahren vom Flohmarkt zum Treffpunkt der ganzen Schweizer Szene von Comic- und Requisitensammlern entwickelt. Früher wollte das Gründertrio vor allem dem eigenen Sammeltrieb nachgehen, heute treffen sich an der Börse zig verschiedene Manga-Fanclubs und halten ihre undurchschaubaren Aufnahmerituale ab.

Aus Liebe zum Medium

Die Liebe zum Medium treibe ihn als Organisator heute noch an, sagt Stephan Schubert, Comicsammler mit drei- bis fünftausend Bänden im Keller, ansonsten Raumplaner. Er und seine beiden Mitorganisatoren, René Lehner (einer der ersten deutschsprachigen Comiczeichner) und Christian Messikommer, erwarten rund 1500 Besucher aus der ganzen Schweiz sowie bekannte Comiczeichner wie Felix Schaad («Eva») oder der Italiener Beniamino Delvecchio, die ihre Werke signieren und mit persönlichen Zeichnungen und Widmungen versehen. Ebenfalls persönlich anwesend ist der heimliche Superstar der Schweizer Comicszene mit mehr als 100 000 verkauften Alben: Alain Auderset. Der 40jährige Westschweizer Zeichner porträtiert in seinem neuesten Album den Roboter Nummer 330 000 403, von den Kumpels «Robi» genannt.

Goldfingers Goldbarren

Star des Anlasses ist aber eigentlich die gute alte, oft belächelte Mickey Mouse. Es werden Händler erwartet, die Mickey-Mouse-Hefte im Wert von fünfstelligen Beträgen anbieten. Mickey wird sich jedoch anstrengen müssen, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen: Einerseits werden die wertvollen Hefte nicht aufgelegt, andererseits droht ihm Goldfinger die Show zu stehlen: Der Bösewicht aus dem gleichnamigen James-Bond-Film ist zwar nicht persönlich anwesend, im Angebot ist aber einer der Goldbarren, die Goldfinger im Film an seine Schergen verteilt. Eine solche Bond-Requisite ist für Kennerinnen und Kenner von grossem Wert, da äusserst selten.

Drahtzieher hinter der Konkurrenz zu Mickey ist aber nicht etwa das Schwarze Phantom, sondern Roman Güttinger, Besitzer der grössten Requisitensammlung Europas. Zur Freude der Organisatoren willigte er ein, seine Filmbörse mit der Comicbörse zu vereinen, und so ist die Börse nun auch eine Fundgrube für wirklich kindergerechte Weihnachtsgeschenke: Kinder wollen schliesslich sein wie ihre Helden, und das ist nun mal einfacher mit einer originalgetreuen Heldenmaske als mit, äh, Skihandschuhen. Eltern sollten sich aber gut überlegen, ob sie diesen Ork aus «Lord of the Rings» wirklich im Wohnzimmer haben möchten.

31. Comic-, Manga- und Filmbörse, morgen Sonntag, 10-17 Uhr, Volkshaus Zürich, www.volkshaus.ch

Ein Star der Szene: Alain Auderset. (Bild: pd)

Ein Star der Szene: Alain Auderset. (Bild: pd)

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