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SRF-Sportmoderatorin Sibylle Eberle: «Ich möchte das Leben im Fernsehen nicht so darstellen, als wäre es eine grosse Glamourwelt»

Sibylle Eberle moderiert seit März 2018 die SRF-Sendung «Sportaktuell». Die 35-jährige Sarganserin über ihren offenen Umgang mit Pannen, ihre Hochzeit in Las Vegas und Frauen im Sportjournalismus.
Interview: Tim Frei
Sibylle Eberle wohnt seit ihrer Geburt in Sargans. Im Fernsehstudio Leutschenbach in Zürich hat sie eine zweite Heimat gefunden. (Bilder: Michel Canonica)

Sibylle Eberle wohnt seit ihrer Geburt in Sargans. Im Fernsehstudio Leutschenbach in Zürich hat sie eine zweite Heimat gefunden. (Bilder: Michel Canonica)

Sie pendeln täglich rund zweieinhalb Stunden von Ihrem Wohnort Sargans ins Fernsehstudio Leutschenbach und zurück. Gefällt es Ihnen in Zürich nicht?

Sibylle Eberle: Fangfrage! (lacht) Nein, Zürich ist eine schöne und tolle Stadt. Ich spielte immer mal wieder mit dem Gedanken, hierherzuziehen. Doch ich habe es nie geschafft, mich vom schönen Sarganserland mit seinen Naherholungsgebieten zu lösen. Auch weil hier viele meiner Freunde und meine Familie leben.

Seit knapp zwei Jahren arbeiten Sie bei SRF. Sind Sie heute noch nervös vor Sendungen?

Im Normalfall bin ich das zwar nicht mehr, dafür aber angespannt. Wenn etwas nicht so läuft wie geplant, kann es vorkommen, dass die Nervosität wieder hochkommt. Zum Beispiel wenn mir der Produzent kurz vor der Sendung sagt, dass wir eine Meldung noch mitnehmen müssen. Ich habe dann das Gefühl: «Jetzt geht nicht mehr alles so schön auf, wie ich das in der Probe moderiert habe.» Aber eine solch grosse Nervosität wie vor meiner ersten Sendung ist es bei Weitem nicht mehr. Ich traue mir auch viel mehr zu und merke, dass ich immer spontaner auf neue Ausgangslagen reagiere.

Auf Instagram, das Sie rege nutzen, gehen Sie besonders offen und humorvoll mit Ihren Pannen im Fernsehen um.

Fehler und Pannen gehören dazu und es nützt nichts, das zu verstecken. Ich möchte nicht nur die schönen Momente zeigen und das Leben im Fernsehen nicht so darstellen, als wäre es eine grosse Glamourwelt, wie dies von aussen teilweise angenommen wird. Auch beim Fernsehen arbeiten Menschen und folglich passieren wie in anderen Jobs auch hier Fehler. Ich habe zudem festgestellt, dass die Zuschauer Freude haben, wenn sie merken, dass in der scheinbar perfekten Welt nicht immer alles so perfekt ist.

War es für Sie immer ein Traum, einmal vor der Kamera zu stehen?

Das hat sich mehr so ergeben. Als Kind habe ich mit meinem Vater oft Sport im Fernsehen verfolgt. Wenn jeweils die Spielerinterviews kamen, soll ich laut ihm gesagt haben: «Das will ich auch einmal machen.» Ich kann mich aber nicht mehr daran erinnern. Ich verfolgte nie das Ziel, ins Fernsehen zu kommen. Auch ins Radio bin ich eher reingerutscht.

Sportjournalismus ist eher eine männerdominierte Szene. Ist es für eine Frau schwieriger in diesem Bereich?

Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Im Gegenteil: Vielfach sind die Leute noch etwas überrascht, wenn sie im Sportjournalismus eine Frau sehen – aber meistens ist es eine positive Überraschung. Ich hatte nie das Gefühl, dass man mir weniger zutraut als Männern. Schön ist, dass diesbezüglich eine positive Entwicklung in Gang ist. Zum Beispiel bei uns im SRF moderieren immer mehr Frauen Sportsendungen. Auch im Hintergrund – abseits der Kamera – nimmt die Zahl an Sportjournalistinnen zu.

Sie sind auch DJ, Ihr Hobby ist das Auflegen im Club. Oft tun Sie das zusammen mit Ihrem Mann. Wo nehmen Sie die Energie dazu her?

Ich lege in etwa einmal im Monat auf, das reicht mir. Da ich in meinem Beruf viel am Wochenende im Einsatz bin, will ich nicht auch noch an jedem freien Wochenende auflegen. Es ist ein schöner Ausgleich zum Job und mehr ein Hobby als ein weiterer Beruf. Von dem her braucht das Auflegen nicht viel Energie, sondern gibt viel Energie – weil es einfach Spass macht. Zudem ist es schön, mit meinem Mann ein Hobby zu teilen.

Welches Lied hören Sie aktuell am liebsten?

Es fällt mir schwer, ein Lied herauszupicken. «Lovesick featuring asap Rocky» von Mura Masa ist zwar nicht mehr der allerneuste Hit, aber er gefällt mir sehr gut.

Sie machen auch selber gerne Sport. Wie halten Sie sich fit?

Mein Ritual ist, dass ich mit einem Handstand in den Tag starte. Zudem gehe ich viel Joggen und ab und zu ins Fitnesscenter, was ich meinem Mann zuliebe mache. Als er ein Abo gelöst hatte, meinte er, ich solle doch mitziehen. Mir hätte es gereicht, die Kraftübungen zu Hause zu machen – ich bräuchte keine Geräte. Aber es ist okay, ich habe auch daran meinen Spass gefunden. Sonst fahre ich gerne Ski, Snowboard, spiele Tennis und probiere immer wieder Neues aus.

Vor acht Jahren haben Sie Ihren Mann Dominik in Las Vegas geheiratet. Wie kam es dazu?

Wir haben schon immer Witze gemacht, einmal in Las Vegas zu heiraten. Ich weiss, dass er das nicht geplant hatte, aber als wir dort in den Ferien waren, fragte er mich spontan und meinte: «Dass ich dich heirate, ist ja klar, ob jetzt hier oder in ein paar Jahren in der Schweiz spielt doch keine Rolle.»

Doppelrolle bei SRF Sport: Radio- und Fernsehmoderatorin

Sibylle Eberle ist in Sargans geboren und aufgewachsen. Nach abgeschlossener Matura und einem Sprachaufenthalt in Mexico arbeitete die heute 35-Jährige bei Privatradiostationen als Redaktorin, Moderatorin und Produzentin. Ihre journalistische Laufbahn begann sie 2004 beim Ostschweizer Sender Radio Ri, der später mit Radio Aktuell zu Radio FM1 fusionierte. Danach wechselte sie nach Zürich zu Radio Energy, für das sie knapp drei Jahre tätig war. Nach einem weiteren halben Jahr bei Radio FM1 kehrte sie 2012 zu Energy Zürich zurück. Im Dezember 2017 folgte der Wechsel zum SRF als Radio- und Fernsehmoderatorin. Ihr Début vor der Kamera gab sie am 2. März 2018 in der Sendung «Sportaktuell». Erste TV-Erfahrungen konnte sie während ihrer Zeit bei Radio FM1 sammeln – so präsentierte sie beim Fernsehsender TVO für kurze Zeit die Sendung «Fokus». (tm)

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