Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

SRF-Sportmoderator Lukas Studer: «Ich liebe den Moment, wenn es kein Zurück mehr gibt»

Der Thurgauer Lukas Studer steht seit einem Jahrzehnt vor der Kamera. Der 42-Jährige äussert sich zu seinen Anfängen, «Stukas Luder» – und wie ihn seine drei Kinder aus der Ruhe bringen können.
Tim Frei
Das SRF-Fernsehstudio in Zürich Leutschenbach ist die zweite Heimat des Ostschweizers. (Bilder: Urs Bucher/TAGBLATT)

Das SRF-Fernsehstudio in Zürich Leutschenbach ist die zweite Heimat des Ostschweizers. (Bilder: Urs Bucher/TAGBLATT)

Ihr Kameradébut jährt sich im November zum zehnten Mal. Was sind Ihre Erinnerungen daran?

Lukas Studer: Unglaublich, dass das schon fast zehn Jahre her ist. Damals habe ich im Studio ein Skirennen angesagt. Ich erinnere mich, dass ich in der Nacht zuvor kaum geschlafen habe und sehr nervös war. In der Ausbildung wird man zwar darauf vorbereitet, doch den Moment, wenn es zählt, kann man nur live auf Sendung testen.

Stichwort Nervosität: Sind Sie mittlerweile abgebrüht?

Nervös bin ich heute vor Sendungen nicht mehr. Für mich ist Nervosität generell ein negativ besetzter Begriff. Wie damals stehe ich auch heute unter Anspannung, doch sie fühlt sich positiv an. Man wirkt präsent und ist sich bewusst: Jetzt muss man liefern. Ich liebe diesen Moment, wenn es kein Zurück mehr gibt.

Sie haben bei SRF eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Hätten Sie sich das je erträumt?

Sportmoderator war schon länger mein Wunschberuf. Darauf habe ich hingearbeitet, studierte Kommunikation an der Hochschule und absolvierte den SRF-internen Stage. Schnell habe ich aber gemerkt, dass man als Moderator unheimlich viele Kilometer sammeln muss. Ich habe meine Zeit gebraucht. Über die Jahre moderierte ich Sendung um Sendung, wurde mutiger, wagte und improvisierte mehr – und lernte aus unzähligen Situationen; letztlich kommt’s schon gut. Nebst diesem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist die Gelassenheit wichtig, dass nichts Schlimmes passieren kann. Ein Blackout? Wäre das schlimm? Da gibt es im Leben doch weitaus Schlimmeres.

Was braucht es denn, um Sie aus der Ruhe zu bringen?

Sehr viel (überlegt lange). Die Einzigen, die mich auf die Palme bringen können, sind meine Kinder.

Zum Beispiel?

Wenn sie über total unnötige Sachen streiten. Klar, das Streiten gehört auch zum Leben, doch meine drei Kinder können dann schon viel Dampf machen. Aus der Ruhe bringt mich aber so schnell nichts. Ich bin ausgeglichen und gehe locker durchs Leben – auch im Job.

Gab es in Ihrer Moderatorentätigkeit einen Moment, den Sie nie vergessen werden?

Ja (er zeigt auf seinen linken Arm): Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Es war 2014 an den Olympischen Winterspielen in Sotschi, als ich die Skirennfahrerin Dominique Gisin nach ihrem Olympiasieg in der Abfahrt im Zielgelände interviewen durfte. Ich hatte sie so lange als Sportjournalist begleitet und sah dabei, wie viele Rückschläge durch Knieverletzungen sie erlitt. Und dann war sie in Russland am Tag X parat. Als sie mit Tränen in den Augen zu mir zum Interview kam, merkte ich: Für Gisin geht jetzt etwas auf, von dem sie immer geträumt hat und immer wieder zurückgebunden wurde. Das hat mich stark berührt. Ich habe ihr diesen Triumph sehr gegönnt.

Der Humor spielt eine grosse Rolle in Ihrem Leben. Sie haben einmal einen Sendungsbeitrag zum Spass mit dem Namen «Stukas Luder» unterschrieben, aber vergessen, ihn vor Ausstrahlung anzupassen.

Seither bin ich bei den Kolleginnen und Kollegen der «Stuki» oder der «Stukas». Das war ja schon im Studium mein Übername. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Meine oberste Prämisse ist es, einen seriösen Journalismus zu betreiben. Gerade im Sport muss es aber auch Platz haben für unterhaltsame Dinge. Ich finde es zudem schade, wenn man mit einer gewissen Engstirnigkeit durchs Leben geht. Ich habe grosse Freude am Leben und am Job – das zeige ich gerne.

2012 litten Sie an einer Hirnhautentzündung. Inwiefern hat Sie diese Erfahrung geprägt?

Es mag zwar eigenartig klingen, aber das hat mir gutgetan. Ich war zuvor bereits ein sehr positiver Mensch, aber diese Erfahrung gab mir nochmals einen Schub, indem ich merkte, wie schnell das Leben eine Wendung nehmen kann. Das ist mir stark eingefahren und hat mich noch lockerer gemacht. Wenn man einmal so etwas erlebt hat, haut einen nichts mehr um, weil man es immer damit vergleicht.

Sie sind schon lange mit Ihrer Partnerin zusammen. Läuten bald die Hochzeitsglocken?

Nein. Für uns war das nie so ein grosses Thema, eher für andere. Unser grösstes Bekenntnis sind sowieso unsere drei Kinder – sie verbinden uns das Leben lang miteinander.

Feste TV-Grösse bei «Sportaktuell» und Grossanlässen

Lukas Studer, 1977 in Basel als Sohn eines Wallisers und einer Baslerin geboren, wächst ab 1980 mit drei Geschwistern im Thurgauer Ort Scherzingen am Bodensee auf. Ab 1994 lässt er sich am Lehrerseminar Kreuzlingen zum Primarlehrer ausbilden. Nach dreijähriger Tätigkeit in diesem Beruf folgt 2003 der Wechsel in den TV-Journalismus. Seine Laufbahn bei SRF beginnt er als Assistent auf der Sportredaktion, gleichzeitig startet er mit dem Studium Journalismus und Organisationskommunikation an der ZHAW in Winterthur, das er zwei Jahre später abschliesst. Anschliessend absolviert er den SRF-internen Stage zum Fernsehjournalisten. 2009 gibt er sein Kameradébut. Zuerst präsentiert er vor allem Sport-Livesendungen. Seit 2010 moderiert er «Sportaktuell» und steht vermehrt an Grossanlässen wie Fussball-, Ski-WM und Olympischen Spielen im Einsatz. Zudem präsentiert er regelmässig die Magazinsendungen «Super League – Gool» und «Eishockey Aktuell». Lukas Studer wohnt mit seiner Partnerin Karen, der zehnjährigen Tochter Lisa und den Zwillingen Annabelle und Lennox (8) im zürcherischen Pfäffikon am See. (tm)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.