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Zeichen des Konflikts aufspüren

In seiner ersten Einzelausstellung «Revisited. Pictures from Northern Ireland» fahndet Fotograf Roland Iselin nach Hinweisen auf den alten Nordirlandkonflikt. Galerist Adrian Bleisch hat ihn dazu nach Arbon eingeladen.
Dorothee Haarer
«Kultur bedroht niemanden» heisst es auf dem Plakat in einer Arbeitersiedlung Nordirlands. (Bild: Roland Iselin)

«Kultur bedroht niemanden» heisst es auf dem Plakat in einer Arbeitersiedlung Nordirlands. (Bild: Roland Iselin)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

«Als Fotograf schätze ich den Roland schon lange», erklärt Adrian Bleisch beim Besuch in seiner Arboner Galerie. «Aber ich kannte insbesondere Akte von ihm, die mich durch Klarheit und Präsenz beeindruckt hatten. Mir kam die Idee, ihn für eine Ausstellung zu gewinnen und mich einfach überraschen zu lassen, was er da umsetzen würde.»

Gedacht, getan. Galerist Bleisch lud Iselin ein. Das Ergebnis ist Iselins erste Einzelausstellung «Revisited. Pictures from Northern Ireland». Der Fotograf hat nun nicht Akte im Gepäck, sondern Serien mit Landschaftsbildern und Stadtansichten aus den USA sowie Nordirland. Gerade die Aufnahmen aus dem Norden Europas regen in Zeiten des Brexits zum Hinschauen an.

Es sind unaufgeregte und gestochen scharfe Bilder, die Iselin auf den eigens dafür gelb gestrichenen Galeriewänden präsentiert: Blicke über Betonflächen mit tristen Arbeitersiedlungen. Landstrassen im Nirgendwo. Auf Licht-und-Schatten-Spiele oder inszenierte Bildausschnitte verzichtet Iselin. Ihm geht es um ­anderes: Er will Zeichen des einstigen Nordirlandkonflikts einfangen. Dieser gilt seit dem «Karfreitagsabkommen» von 1998 als beendet.

Leben hinter «Peace Walls» – bis heute

Der Betrachter soll diese Zeichen aufspüren. Wer mit Nordirland und dessen bewegter Geschichte vertraut ist, findet vieles, was den langen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten widerspiegelt: eine zerschlissene Flagge in den irischen Nationalfarben Weiss, Orange und Grün – die zugleich die Farben der Irish Republican Army sind. Die rote «Hand von Ulster», Symbol einer irischen Provinz. Inschriften wie «IRA» oder «It is not racist to protect your own community».

Und es geht noch weiter. Denn Mauern voller Symbole können leicht an Belfaster ­«Peace Walls» erinnern: Meterhohe ­Friedensmauern als Sicherheitssperre zwischen Menschen, Konfessionen und politischen Überzeugungen.

So geht die Serie über die Suche nach Anzeichen des auf Eis gelegten Nordirlandkonflikts hinaus. Sie wird zum Fingerzeig auf die Situation eines Landes, das immer noch nicht zu Ruhe kommt. Bis heute leben dort Menschen hinter «Peace Walls». Und weit über 50 Prozent der Nordiren stimmten für den Verbleib in der EU. «Respect our vote», steht auf einem Plakat am Wegesrand, das Iselin abgelichtet hat. Bleibt abzuwarten, ob der Brexit den alten Konflikt wieder neu ans Tageslicht holt.

Roland Iselin: «Revisited», Galerie Adrian Bleisch, Arbon, bis 15.12. Mi–Fr 14–18, Sa 11–16 Uhr

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