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Sprayer Banksy hütet ein Geheimnis

Die Film- und Hafenstadt Bristol ist reich an kunstvollen Graffiti. Ihre Quartiere Montpelier und Stoke Crofts gehören zu den trendigsten der Insel.
Angela Bernetta
Die «Bristolians» lassen der Kunst in ihrer Stadt viel Freiraum. (Bild: Bilder: Angela Bernetta)
In Bristols Fährhafen.
Velos, gesundes Essen und über 400 Parks und Gärten: Bristol ist eine grüne Stadt.
4 Bilder

Sprayer Banksy hütet ein Geheimnis

Montpelier habe hippe Läden, kreative Jobs und sei wegen seiner Beschaulichkeit für Touristen attraktiv, so die britische Reiseplattform Travel Supermarket. Gerade eben hat sie das Quartier zum kultigsten Ortsteil der Insel gewählt. Dies vor angesagten Gegenden in London und Manchester. Die Architekturgeschichte ist ebenfalls interessant wegen der georgianischen und frühen viktorianischen Einflüsse. Bristol selbst wirkt gesetzt: sanft geschwungene Hügel im Hinterland, viel Verkehr und von der Westküste weht stets eine frische Brise durch die 465000 Einwohner zählende Metropole. Augenfällig sind die bunten Häuserzeilen und Graffiti, die gute Fotosujets abgeben.

Moderne Häuser wechseln sich mit schnell hochgezogenen Nachkriegsbauten und Arbeiterhäuschen ab. In noblen Ortsteilen wie Clifton reihen sich Elite-Schulen an feudale Stadthäuser aus dem 18. Jahrhundert. Dazwischen traditionelle Pubs.

Touristen zieht es zum ehemals industriellen Hafen mit Restaurants, Läden, Museen, alten Segel- und Ausflugsschiffen.

Ein paar Blocks weiter steht ein Ensemble aus gotischer Kathedrale, Rathaus und Stadtbibliothek. Zu den beliebtesten Märkten des Landes gehört der Jahrhunderte alte St. Nicholas Market in der Altstadt. Leder- und Strickwaren gehen dort genauso über den Ladentisch wie Räucherstäbchen und Schlemmereien. Die Universität im Zentrum bringt Studenten in die Stadt.

«Bristol Pound» – eine eigene Währung

In Stoke Crofts sind nur wenig Studenten einquartiert. Das Quartier lebt von jungen und kreativen Einheimischen und schaffte es ebenfalls unter die trendigsten fünf des Landes. Es grenzt an Montpelier und liegt in Gehdistanz zum Stadtzentrum. Auffallend sind neben kleinen Shops, Restaurants und Musiklokalen bunte Schriftzüge, Porträts und deftige Systemkritik an Hausmauern und Türen. Banksy heisst der bekannteste Street-Art-Künstler Bristols. Auch in Stoke Crofts hat die Sprayer-Legende Spuren hinterlassen.

Mit Geschick und Humor kommentiert er Missstände seit den Achtzigerjahren.

Obwohl weltberühmt, bleibt seine Identität ein Geheimnis. Vor einigen Jahren halfen Street-Art und Graffiti, hässliche Nachkriegsbauten im Stadtzentrum aufzuwerten. In Stokes Croft sind sie nach wie vor illegal gelebter Alltag. Viele Sprühwerke gibt es nur kurz zu sehen. Anonyme Künstler wie Snail und Limbo sprayen stets neue Motive darüber. Die politische Stossrichtung der Spraywerke ist deutlich. «Einige fordern klar zum Handeln auf», sagt Ralph Openshaw, ein Anwohner. Und zeigt auf ein Graffiti, das vor einem geplanten Tesco-Laden im Quartier warnte. Der Ableger der Supermarktkette war so unerwünscht, dass es zu heftigen Unruhen in der Gegend kam.

«Die Menschen in Stokes Croft denken lokal und favorisieren ebensolche Läden und Produkte», sagt Ralph Openshaw.

Im Gegensatz zur Innenstadt ist das Quartier von einer Gentrifizierung verschont geblieben.

Damit das so bleibt, hat eine Interessengemeinschaft der Ladenbesitzer und Kunstschaffenden mit Hilfe einer Bank eine eigene Währung eingeführt. Das «Bristol Pound» kann eins zu eins gegen die Landeswährung eingetauscht werden. Es setzt ein Zeichen für das lokale Gewerbe und gegen globale Einflüsse.

Die Bristolians lassen der Kunst Freiräume – Bristol ist seit kurzem auch wegen der Aardman Animations («Wallace and Gromit») «Unesco City of Film». Und sie handeln grün. Mit seinen mehr als 400 Parks und Gärten und dem ökologischen Bewusstsein vieler Einwohner wurde Bristol 2015 von der EU-Kommission zur «Grünen Hauptstadt Europas» gewählt.

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