Glosse

Scharfgezeichnet: Thurgauer Ladenbesitzer shoppen in Konzstanz - im Kampf gegen die Tiefpreise!

Nationalrat Luzi Stamm kauft Kokain, um Dealern das Handwerk zu legen. Was der kann, können die St.Galler schon lange!

Kaspar Enz
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Dies ist eine Glosse der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Nationalrat Luzi Stamm verficht nicht nur eine strenge Drogenpolitik. Er lebt sie auch. Heldenhaft stellte er sich vergangene Woche in der Berner Innenstadt einem gefährlichen Dealer in den Weg – und kaufte ihm ein Säckchen Kokain ab. Er wollte dem Dealer das Handwerk legen, sagte er Polizei wie Medien.

Letztes Jahr entdeckte eine Studie aufgrund einer Abwasserprobe Erstaunliches: Die Stadt St.Gallen ist europaweit Nummer drei im Koksschnupfen. Seither wird gerätselt, weshalb die behäbige Ostschweizer Provinzstadt so weit vorne mitspielt. Jetzt zeigt sich: Enthüllungen über fragwürdige Geschäfte bei Raiffeisen oder überzogene Spesen an der HSG führen auf die falsche Fährte. Bei den St.Gallern handelt es sich um entschlossene Spürhunde. Wie Luzi Stamm kaufen sie immer wieder bei Drogenhändlern, um ihnen das Handwerk zu legen. Da sie es selber nicht schnupfen, müssen sie es das WC runterspülen. Deshalb die hohen Werte im Abwasser!

Die Taktik macht Schule. Veganer kaufen nun Bratwürste, um den Tiermördern das Handwerk zu legen. Die St.Galler Metzger wiederum kaufen Senftuben, um den Bratwurstgeschmackstötern das Handwerk zu legen. Thurgauer Ladenbesitzer kaufen in Konstanz, um die Preisdrücker zu erwischen. Und falls Sie sich wundern, weshalb ich kürzlich einen Billigflug gebucht habe: Das tat ich einzig und allein dem Klimaschutz zuliebe!