Also doch! Sexfilme sollen zu Potenzstörungen führen

Wenn die Lust mit der eigenen Partnerin partout nicht aufkommen will, kann es am Pornokonsum liegen - das sagt zumindest eine neue Studie.

Deborah Gonzalez
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Laut einer Studie schauen Männer wöchentlich durchschnittlich 70 Minuten Pornos.

Laut einer Studie schauen Männer wöchentlich durchschnittlich 70 Minuten Pornos.

Getty Images

Zu viel Pornoschauen macht krank. Eine Aussage, die viele als Mythos abhaken. Doch da ist viel wahres dran, wie eine neue Studie aus Belgien zeigt. 3267 Männer aus Belgien und Dänemark haben 118 Fragen über Selbstbefriedigung, Pornos und ihre sexuelle Aktivitäten beantwortet. Herausgekommen ist, dass Männer wöchentlich durchschnittlich 70 Minuten Pornos schauen. Manche weniger, andere viel mehr.

Doch das erschreckende Ergebnis, wie es der leitende Forscher Gunter de Win von der Universität Antwerpen beschreibt, ist ein anderes: Ganze 23 Prozent der unter 35-Jährigen haben beim Sex eine Erektionsstörung. «Die Zahl ist viel höher, als wir es erwartet haben», sagt de Win. Der Zusammenhang mit dem Pornokonsum sei hoch signifikant: Je mehr und länger der Mann sie schaue, desto mehr Probleme habe er, wenn es zum Sex komme.

Ausserdem geben nur 65 Prozent der Befragten an, dass der Sex mit der Partnerin befriedigender sei, als ein Sexfilmchen. Zu viel Pornoschauen und Potenzstörungen – darin sehen die Studienleiter einen Zusammenhang. Denn ganze 20 Prozent der Befragten würden immer extremere Videos anschauen, um in die richtige Stimmung zu kommen. Und wenn die Lust auf Sex nur durch extremen Porno aufkommt, liege es nahe, dass es dann beim realen Sex eine Potenzstörung gibt. Der nächste Schritt sei es, herauszufinden, welche Faktoren zu diesen Störungen führen.