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Im grünen Bereich: Setzen lassen, setzen lassen!

Den Rasen neu anzusäen ist auch mit Highspeed-Rasen eine Geduldsprobe.
Hansruedi Kugler

Das schlechte Gewissen des Ungeduldigen plagt mich. Es gilt derzeit, auf einem beträchtlichen Stück Garten den Rasen neu anzusäen. Denn da klafft eine durch Bauarbeiten entstandene Grasnarbe. Den Spruch kenne ich natürlich: Gartenarbeit, überhaupt die Beobachtung der Natur lehre einem vor allem eines, nämlich Geduld. Ja, ja, aber die Wahrheit ist: Sie möchte einem ihren Willen aufzwingen und lockt einem vielleicht gerade deshalb, sie zu überlisten. Denn wenn man die Anleitung auf der Packung mit Highspeed-Rasensamen liest, ist man irritiert. Vielleicht ist ja die abgeforderte Geduldsprobe lediglich eine Behauptung?

Vier Wochen solle man die frisch ausgebrachte Erde setzen lassen, bevor man die Samen locker einarbeitet. Vier Wochen Nichtstun und warten! Und das im Hochsommer. Wozu kauft man dann überhaupt Highspeed-Rasensamen! Vier Wochen Warten, danach die Wachstumsexplosion – das ist zu viel verlangt. Da hilft nur kräftig Boden stampfen, stampfen, Samen streuen, Rasenerde drüber, stampfen, stampfen, wässern und das schlechte Gewissen beruhigen. Geduld verlieren und Nerven behalten ist ja auch nicht schlecht.

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