Sechs Jahre bis zum nächsten Blutmond

Am Montag wird sich der Mond verfinstern. Wer den Blutmond sehen will, muss allerdings früh aufstehen. Dann erwartet ihn ein 62-minütiges Spektakel am Himmel.

Bruno Knellwolf
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Mond in Weinfelden um 04.50 Uhr

Mond in Weinfelden um 04.50 Uhr

Mitten in den Sommerferien stand der Blutmond zum letzten Mal am Himmel. Die Mondfinsternis vom 27. Juli dauerte eine Stunde und 43 Minuten und war die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts, wie Walter Bersinger von der Sternwarte Rümlang schreibt. Im Durchschnitt kommen wir hierzulande alle zwei Jahre in den Genuss dieses Spektakels, doch nun steht bereits am Montag die nächste Finsternis an. Danach müssen wir uns sechs Jahre gedulden.

Um 5.41 Uhr taucht der Mond ganz in den Erdschatten

Belohnt werden diesmal Frühaufsteher: Die Halbschattenphase beginnt um 3.36 Uhr. Allerdings wird man von Auge erst um 4.30 Uhr eine leichte, unscharfe Abschattung beobachten können. Danach wird das Gesicht des Mondes zusehends rot anlaufen und um 5.41 Uhr ganz in den Erdschatten eintauchen.

Weil der Erdschatten aber nicht ganz dunkel ist, wird der Mond nicht vollends verschwinden. «Das Sonnenlicht wird in der Erdatmosphäre ähnlich wie in einer optischen Glaslinse gebrochen und in den Erdschatten abgelenkt», erklärt Bensinger. Dabei werden die kurzwelligen Anteile des Farbspektrums wie violett, blau und grün in der Atmosphäre gestreut und herausgefiltert. «Durchgelassen werden vor allem die gelblichen und rötlichen Anteile, die ein fahles Rot, Braun, manchmal auch gelblich-orange Töne auf die Mondoberfläche zaubern. Im Verlauf der Totalitätsphase steht der Mond über dem Westhorizont links neben dem Sternbild Zwillinge».

Starke Verdunkelung ist wahrscheinlich

Die Frage, wie stark sich der Mond verdunkeln wird, kann Bensinger nicht exakt beantworten. Entscheidend sei der Abstand zwischen Mond und Erde und wie stark der Mond in den Kernschatten eintauche. «Auch die Wolkendichte in der Erdatmosphäre sowie der Gehalt an Vulkanstaub in der Lufthülle spielen eine Rolle.» Walter Bensinger rechnet am Montag mit einem eher starken Verdunkelungsgrad.