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Schweizer Filmpreis: «Wolkenbruch» geht als Favorit ins Rennen

Der Kinohit von Michael Steiner wurde in fünf Kategorien für den Schweizer Filmpreis nominiert. «Zwingli» dagegen geht beinahe leer aus.
Lory Roebuck
Die Liebeskomödie über einen orthodoxen Juden wurde fünf Mal nominiert – so oft wie kein anderer Film dieses Jahr. (Bild: Aliocha Merker)

Die Liebeskomödie über einen orthodoxen Juden wurde fünf Mal nominiert – so oft wie kein anderer Film dieses Jahr. (Bild: Aliocha Merker)

Die Erfolgsgeschichte von «Wolkenbruch» geht weiter. Die Bestsellerverfilmung von Michael Steiner, die das Jahr 2018 mit über 250 000 Zuschauern als erfolgreichste Schweizer Kinoproduktion abgeschlossen hatte, geht als Favorit in das Rennen um den Schweizer Filmpreis 2019. Bei der Verkündung der Nominationen gestern Abend wurde «Wolkenbruch» in allen wichtigen Kategorien berücksichtigt.

So buhlen mit Joel Basman, Noémie Schmidt und Sunnyi Melles gleich drei Darsteller aus dem Film um einen Quartz. Darüber hinaus wurde «Wolkenbruch» auch als bester Spielfilm des Jahres und für das beste Drehbuch nominiert. Die Liebeskomödie über einen orthodoxen Juden wurde insgesamt fünf Mal nominiert – so oft wie kein anderer Film dieses Jahr.

Kein Showdown mit «Zwingli»

Bei der Preisverleihung am 22. März wird es allerdings nicht zum grossen Showdown mit «Zwingli» kommen, dem anderen grossen Schweizer Kinohit. Das Historiendrama von Stefan Haupt (aktuell auf Platz 1 der Kinocharts) kam nur auf zwei Nominierungen – für seine beiden Darsteller Max Simonischek und Sarah Sophia Meyer. Eine Nominierung für den besten Spielfilm blieb «Zwingli» jedoch verwehrt.

Das Historiendrama von Stefan Haupt (aktuell auf Platz 1 der Kinocharts) kommt nur auf zwei Nominierungen – für seine beiden Darsteller Max Simonischek und Sarah Sophia Meyer. (Bild: PD)

Das Historiendrama von Stefan Haupt (aktuell auf Platz 1 der Kinocharts) kommt nur auf zwei Nominierungen – für seine beiden Darsteller Max Simonischek und Sarah Sophia Meyer. (Bild: PD)

In der Königskategorie misst sich Steiners «Wolkenbruch» stattdessen mit vier Autorenfilmen von aufstrebenden Regisseuren: «Ceux qui travaillent» von Antoine Russbach, «Der Läufer» von Hannes Baumgartner, «Der Unschuldige» von Simon Jaquemet und «Fortuna» von Germinal Roaux. Die Westschweizer Produktion «Ceux qui travaillent» (insgesamt vier Nominierungen) gilt als Geheimfavorit. Der belgische Kinostar Olivier Gourmet spielt in diesem herausragenden Drama einen hilflosen Workaholic, der seiner Familie verheimlicht, dass er seinen Job verloren hat.

Gute Chancen hat auch das Freikirchendrama «Der Unschuldige», das ebenfalls für vier Auszeichnungen nominiert wurde. Die Hauptdarstellerin Judith Hoffman geht dabei gegen Sarah Sophia Meyer («Zwingli») und Julia Föry, die in «Pearl» eine Bodybuilderin spielt, ins Rennen. In der Männerkategorie misst sich Joel Basman – der noch nie einen Quartz gewonnen hat – neben «Zwingli»-Darsteller Simonischek auch mit Vorjahressieger Max Hubacher, der für seinen Auftritt als Serientäter in «Der Läufer» nominiert wurde.

Viel Spannung verspricht auch die Dokumentarfilm-Kategorie: Mit «Chris the Swiss» (Cannes), «Eldorado» (Berlinale) und «Genesis 2.0» (Sundance) konkurrieren gleich drei Werke, die an wichtigen Festivals liefen. Grosser Abwesender ist «Immer und ewig» von Fanny Bräuning (Quartz 2009 für «No More Smoke Signals»). Bräuning hatte ihren neuen Film, der erst vor kurzem Premiere feierte, dieses Jahr noch nicht zur Wahl gestellt.

Die wichtigsten Nominierungen im Überblick:

Bester Spielfilm:

«Ceux qui travaillent» (Antoine Russbach)

«Der Läufer» (Hannes Baumgartner)

«Der Unschuldige» (Simon Jaquemet)

«Fortuna» (Germinal Roaux)

«Wolkenbruch» (Michael Steiner)

Bester Dokumentarfilm:

«Chris the Swiss» (Anja Kofmel)

«Eldorado» (Markus Imhoof)

«#FemalePleasure» (Barbara Miller)

«Genesis 2.0» (Christian Frei)

«Les dames» (Stéphanie Chuat,

Véronique Reymond)

Bestes Drehbuch:

«Ceux qui travaillent» (Antoine Russbach)

«Der Unschuldige» (Simon Jaquemet)

«Wolkenbruch» (Thomas Meyer)

Bester Kurzfilm:

«All Inclusive» (Corina Schwingruber Ilic)

«Bacha Posh» (Katia Scarton-Kim)

«Bonobo» (Zoel Aeschbacher)

«Schächer» (Flurin Giger)

«Valet noir» (Lora Mure-Ravaud)

Beste Darstellerin:

Julia Föry («Pearl»)

Judith Hofmann («Der Unschuldige»)

Sarah Sophia Meyer («Zwingli»)

Bester Darsteller:

Joel Basman («Wolkenbruch»)

Max Hubacher («Der Läufer»)

Max Simonischek («Zwingli»)

Beste Darstellung in einer Nebenrolle:

Sunnyi Melles («Wolkenbruch»)

Noémie Schmidt («Wolkenbruch»)

Pauline Schneider («Ceux qui travaillent»)

Beste Filmmusik:

«Chris the Swiss» (Marcel Vaid)

«Eldorado» (Peter Scherer)

«#FemalePleasure» (Peter Scherer)

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