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Stilberaterin über die Tücken der richtigen Farbwahl: «Schwarz steht nicht allen»

Jedes Frühjahr ist es das gleiche Lied: Die wunderbarsten Farben kommen in Mode, doch stehen sie einem auch?
Interview: Susanne Holz
Carolina Herrera mixt Warm und Kalt: Orange und Pink. (Bild: Victor Virgile/Getty)

Carolina Herrera mixt Warm und Kalt: Orange und Pink. (Bild: Victor Virgile/Getty)

Kann man Sonnengelb tragen oder sieht man darin so bleich aus wie der Schnee, der gerade erst geschmolzen ist? Lässt einen der schöne neue Ton zwischen Apricot und Orange frisch aussehen oder doch eher müde? Zeit für ein Interview mit einer Expertin für Mode und Stil.

Ganz klassisch-konservativ gefragt: Welche Farben passen zu welchem Typ Mensch?

Doris Pfyl: Jeder Mensch hat entweder einen kalttonigen (blau/pink) oder einen warmtonigen (gold/orange) Hautunterton. Die Haut schimmert eher bläulich-rosé oder eher goldfarben bis oliv – oder aber ganz zart und hell wie im Fall der sprichwörtlichen «Porzellanhaut».

Unterteilt man die Hauttypen immer noch in die vier Jahreszeiten?

Ja. Weltweit sind wohl rund 60 Prozent der Menschen Wintertypen, rund 30 Prozent sind Sommertypen, sieben Prozent sind Herbst- und nur drei Prozent sind Frühlingstypen. Im Süden sehen wir eher die kaltuntertonigen, im Norden eher die warmuntertonigen Menschen.

Wen rechnet man dem seltenen Frühlingstyp zu?

Menschen mit sehr hellem Teint, mit wenigen Kontrasten im Gesicht. Die Haut ist vanille- oder pfirsichfarben. Die Haare sind rotgolden, kupfergolden, erntegolden. Zum Frühlingstyp passen optimal Farben mit einem hohen Gelb- oder Goldanteil wie zum Beispiel Sprossgrün, Osterglockengelb, Goldrosa, Mohnrot, Krokus …

Und der Herbsttyp?

Das sind Menschen mit oft hellem Teint, mit etwas mehr Kontrasten als der Frühlingstyp sie hat. Aber auch mit vanille- oder pfirsichfarbener Haut. Die Haare changieren zwischen hellem bis dunklem Goldbraun, Feuer- bis Kupferrot, mittlerem bis dunklem Kastanienrot. Der Herbsttyp trägt optimal Farben mit hohem Orange- oder Goldanteil – zum Beispiel Goldbraun, Senfgelb, Kupfer, Khakigrün, Rostrot …

Doris Pfyl berät in Sachen Farbe und Stil. (Bild:PD)

Doris Pfyl berät in Sachen Farbe und Stil. (Bild:PD)

Dann hätten wir noch den Sommer- und den Wintertyp ...

Beim Sommertyp unterscheidet man in den aschblonden und den aschbraunen. Diese zwei Typen haben oft helle Brauen und Wimpern. Sowie helle Haut mit einem leichtem Rosa- oder Gelbstich. Typisch dazu sind aschblonde oder aschbraune Haare, aber auch Haare in Platin- oder Weissblond. Zum Sommertyp passen am besten Farben mit hohem Blau- oder Grauanteil: etwa Sepiabraun, Lilagrau, Mauve, Meergrün, Azurblau ….

Zuletzt der Wintertyp, der ja am häufigsten ist?

Es existieren zwei Wintertypen: der hellhäutige und der gebräunte. Der Wintertyp hat oft starke Kontraste im Gesicht – etwa dunkle Haare und dunkle Augenbrauen. Er kann sehr weisse Haut haben, weisse Haut mit rosa Überzug, olivbraune Haut, kaffeebraune Haut – von hell bis dunkel. Die Haare sind mittel- bis dunkelbraun, schwarzblau oder schwarzbraun, mit kaltem Rotstich oder auch pfeffer- und salzfarben. Dem Wintertyp wiederum stehen optimal Farben mit einem hohen Blau- oder Pinkanteil. So zum Beispiel Nachtblau, Eisblau, Purpur, Smaragd, Königsblau ...

Wie stellt der Profi den Typ fest?

Bei einer Farbanalyse erkennt man durch die Reflexion der Tücherfarbe im Gesicht, ob die kalt- beziehungsweise warmtonigen Farben harmonischer wirken. In einem zweiten Analyseschritt wird durch die mehr oder weniger vorhandenen Kontraste im Gesicht bestimmt, ob es sich um einen Sommer- oder Wintertyp respektive um einen Herbst- oder Frühlingstyp handelt.

Und wie kann ich es selber herausbekommen, zumindest im Ansatz?

Ich rate da, eine warmtonige Farbe wie Orange und eine kalttonige Farbe wie Pink bei gutem Tageslicht umzulegen und am Gesicht zu vergleichen. Mit welcher Farbe wirkt das Gesicht heller, frischer und sind weniger Unregelmässigkeiten, Schatten und Falten sichtbar? Männer können zudem darauf achten, mit welcher Farbe sie rasierter wirken.

Wie sehr ist die Farbwahl von der Haarfarbe abhängig?

Die natürliche Haarfarbe entspricht meist dem Hautunterton. So hat ein Frühlings- oder Herbsttyp rotblonde, kupfer- bis kastanienfarbene Haare und der Sommer- oder Wintertyp aschfarbene Haare – im hellen, mittleren oder auch dunklen Bereich. Manchmal bleicht die Haarfarbe aus und eine aschige Farbe wird am Deckhaar warmtonig. Gründe dafür sind Haarlänge, Sonnenbestrahlung, Salzwasser, Dauerwelle, ausgewaschene Tönung oder «alte» Mèches.

Spielen auch Grösse und Gewicht eine Rolle?

Der Hautunterton ist angeboren und von Körpergrösse und Gewicht unabhängig. Allerdings gibt es je nach Stil Vorlieben für Farben. Der sportliche Herr wird Erdtöne knalligen Farben vorziehen. Und die Dame mit klassischem Stil wird Basis- und gedeckte Farben gerne tragen.

Kann man überhaupt rigoros sagen: Jener kann kein Schwarz tragen und jene kein Gelb?

Schwarz steht tatsächlich nicht allen. Der Wintertyp, der von Natur aus starke Kontraste im Gesicht zeigt, trägt die Farbe gut. Bei den anderen Farbtypen wirkt Schwarz oft hart. Allerdings wird sich ein Sommertyp mit dramatischem Stil die Farbe Schwarz nicht ausreden lassen. Gelb findet man in jeder Palette und somit ist es für jeden Hautunterton tragbar. Hat es mehr Grün- oder Grauanteil, passt es zu kalttonigen Typen (Sommer/Winter). Sonniges Gelb mit hohem Goldanteil steht warmtonigen Typen (Frühling/Herbst) gut.

Darf man die Regeln brechen, für einen aparten Effekt, etwa Nude oder Pastell zu blasser Haut tragen?

Natürlich. So entsteht ein spezieller Look: feenhaft oder mysteriös. Rose, Pfirsich, Hellblau, Mint, zarte Grautöne oder auch ein gedecktes Weiss sind gut tragbar. Nicht optimal ist Schneeweiss zum blassen Gesicht. Übrigens ist edle Blässe wieder gerne gesehen. Sie ist angesagter als stark gebräunte Gesichter.

Ändern sich Richtlinien und ­Geschmack im Lauf der Zeit?

Glücklicherweise haben heute alle Zugang zu allen Farben. Rot und Weiss zum Beispiel waren in der Antike der Oberschicht vorbehalten. Der persönliche Geschmack aber kann sich im Laufe eines Lebens ändern. Es wird behauptet, dass wir einem Farbzyklus unterworfen sind. Zu beobachten ist tatsächlich, dass bei kleinen Mädchen Rosa im Trend liegt. Mit zehn stehen Kids auf Orange und Blau, dann kommt die Schwarz-, im Erwachsenenalter die Blauphase.

Sieht man die Farbwahl heute nicht mehr so eng wie früher einmal?

Lockerer ist sicher geworden, dass vermehrt kalt- und warmtonige Farben kombiniert werden. Pink und Orange gehen heute zusammen – früher war das nicht denkbar.

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