Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kolumne

Prunk und ein Mahnmal

Mailands Bahnhof ist ein Schloss.
Marlen Hämmerli

Vorne Schloss, in der Mitte Kathedrale, die Eingangshalle verziert mit Stuck und Fliesentableaus: Mailands Hauptbahnhof ist prunkvoll, ja pompös. Eigentlich war das Empfangsgebäude als einfacher Bau geplant. Doch während der 25-jährigen Bauzeit wurde der Bahnhof immer komplexer und monumentaler.

Auch wegen Benito Mussolini: Der Bau sollte die Stärke des faschistischen Regimes repräsentieren. Die Spuren des Faschismus sind heute noch sichtbar, 88 Jahre nach der Einweihung des Bahnhofs. In das Parkett des Wartesaals ist ein Hakenkreuz eingelassen. Vom heutigen Gleis 21 aus wurden italienische Juden in Konzentrationslager verschleppt. Die SS nutzte zur Abfertigung der Züge eine Sortier- und Verladestation der Post unterhalb der Haupthalle. Dort erinnert heute ein Mahnmal an den Holocaust.

Auslöser für den neuen Bahnhof war übrigens indirekt die Schweiz. Der alte Bahnhof von 1864 war dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen, das mit der Einweihung des Simplontunnels 1906 stark zugenommen hatte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.