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Artenschutz lockern oder strenger machen? Diese Vorschläge werden an der grossen Konferenz in Genf diskutiert

In Genf diskutieren gerade Experten aus 183 Ländern an einer grossen Artenschutz-Konferenz über den Tierschutz der Zukunft.
Simon Maurer
Vorschlag von China: der Artenschutz soll strenger werden.Laut der Roten Liste existieren in der Wildnis noch maximal 9999 erwachsene Individuen der Vogelart. In den letzten Jahren schrumpften die Populationen.Vorschlag von China: der Artenschutz soll strenger werden.
Laut der Roten Liste existieren in der Wildnis noch maximal 9999 erwachsene Individuen der Vogelart. In den letzten Jahren schrumpften die Populationen.
Vorschlag von Namibia: der Artenschutz soll gelockert werden.Die Nashornbestände haben sich in den letzten Jahren erholt, es gibt wieder mehr Tiere. Namibia fordert deshalb, dass die Schutzbedingungen gelockert werden.Vorschlag von Namibia: der Artenschutz soll gelockert werden.
Die Nashornbestände haben sich in den letzten Jahren erholt, es gibt wieder mehr Tiere. Namibia fordert deshalb, dass die Schutzbedingungen gelockert werden.
Vorschlag von Israel: der Artenschutz soll strenger werden.Das Auftauen des Permafrosts legt immer mehr Mammuts frei, sie werden für viel Geld gehandelt. Israel fordert darum, den Handel mit Mammutteilen strenger zu regulieren.Vorschlag von Israel: der Artenschutz soll strenger werden.
Das Auftauen des Permafrosts legt immer mehr Mammuts frei, sie werden für viel Geld gehandelt. Israel fordert darum, den Handel mit Mammutteilen strenger zu regulieren.
Vorschlag von Costa Rica, El Salvador und Honduras: der Artenschutz soll strenger werden.Der Unterteil der Lurche ist durchsichtig, man sieht bei manchen Arten sogar die inneren Organe und den Herzschlag. Wegen der Abholzung des Regenwaldes gelten die Lurche als gefährdet.Vorschlag von Costa Rica, El Salvador und Honduras: der Artenschutz soll strenger werden.
Der Unterteil der Lurche ist durchsichtig, man sieht bei manchen Arten sogar die inneren Organe und den Herzschlag. Wegen der Abholzung des Regenwaldes gelten die Lurche als gefährdet.
Vorschlag von Mexiko, Bangladesch, EU und 26 weiteren Staaten: der Artenschutz soll strenger werden.Der Kurzflossen-Makohai lebt in fast allen Weltmeeren, er ist aber überall selten. Meeresforscher berichten, dass es immer weniger erwachsene Tiere gibt.Vorschlag von Mexiko, Bangladesch, EU und 26 weiteren Staaten: der Artenschutz soll strenger werden.
Der Kurzflossen-Makohai lebt in fast allen Weltmeeren, er ist aber überall selten. Meeresforscher berichten, dass es immer weniger erwachsene Tiere gibt.
Vorschlag von Australien: der Artenschutz soll gelockert werden.Insgesamt gibt es nur noch etwa 800 Exemplare der Zentralen Dickschwanzratte. Trotzdem fordert Australien, die Art von der Liste der im Handel verbotenen Tiere zu streichen. Die Begründung: Die Tiere seien für den Handel uninteressant, er habe deshalb keinen Einfluss auf den Fortbestand der Art.Vorschlag von Australien: der Artenschutz soll gelockert werden.
Insgesamt gibt es nur noch etwa 800 Exemplare der Zentralen Dickschwanzratte. Trotzdem fordert Australien, die Art von der Liste der im Handel verbotenen Tiere
zu streichen. Die Begründung: Die Tiere seien für den Handel uninteressant, er habe deshalb keinen Einfluss auf den Fortbestand der Art.
Vorschlag von Brasilien, Philippinen, Chad und 31 weiteren Staaten: der Artenschutz soll strenger werden.Die Meeresbewohner waren schon auf der Erde, als noch die Dinosaurier die Welt bevölkerten. Jetzt gehen die Bestände der Geigenrochen aber stark zurück, fast alle Arten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht.Vorschlag von Brasilien, Philippinen, Chad und 31 weiteren Staaten: der Artenschutz soll strenger werden.
Die Meeresbewohner waren schon auf der Erde, als noch die Dinosaurier die Welt bevölkerten. Jetzt gehen die Bestände der Geigenrochen aber stark zurück, fast alle Arten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht.
Vorschlag der Schweiz: der Artenschutz soll klarer definiert werden.Auf Antrag der Schweiz sollen die Schutzbedingungen für den Handel mit dem seltsamen Baum eindeutiger formuliert werden. Noch gibt es etwa 1 Million Exemplare, wegen Gebietszerstörung ist der Trend aber abnehmend.Vorschlag der Schweiz: der Artenschutz soll klarer definiert werden.
Auf Antrag der Schweiz sollen die Schutzbedingungen für den Handel mit dem seltsamen Baum eindeutiger formuliert werden. Noch gibt es etwa 1 Million Exemplare, wegen Gebietszerstörung ist der Trend aber abnehmend.
Vorschlag der Philippinen und der EU: der Artenschutz soll strenger werden.Der filigrane Schmetterling kommt nur auf der Insel Luzon vor. Die Unterart, die jetzt speziell geschützt werden soll, wurde erst vor kurzem entdeckt.Vorschlag der Philippinen und der EU: der Artenschutz soll strenger werden.
Der filigrane Schmetterling kommt nur auf der Insel Luzon vor. Die Unterart, die jetzt speziell geschützt werden soll, wurde erst vor kurzem entdeckt.
Vorschlag von Mexiko: der Artenschutz soll gelockert werden.Seitdem die Art von der Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) streng geschützt wird, nehmen die Bestände wieder zu. Mexiko will nun den Schutz der Krokodile lockern, um einheimischen Bauern die Zucht und somit die Produktion von Krokodilhaut zu ermöglichen.Vorschlag von Mexiko: der Artenschutz soll gelockert werden.
Seitdem die Art von der Cites (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) streng geschützt wird, nehmen die Bestände wieder zu. Mexiko will nun den Schutz der Krokodile lockern, um einheimischen Bauern die Zucht und somit die Produktion von Krokodilhaut zu ermöglichen.
Vorschlag von Kenia und den USA: der Artenschutz soll strenger werden.Weil sie so flach ist, kann sich die Spaltenschildkröte in engen Felsspalten gut vor Feinden verstecken. Trotzdem ist sie in freier Wildbahn selten geworden, denn die Zersplitterung ihres Lebensraumes macht ihr zu schaffen.Vorschlag von Kenia und den USA: der Artenschutz soll strenger werden.
Weil sie so flach ist, kann sich die Spaltenschildkröte in engen Felsspalten gut vor Feinden verstecken. Trotzdem ist sie in freier Wildbahn selten geworden, denn die Zersplitterung ihres Lebensraumes macht ihr zu schaffen.
Vorschlag von Indien, Nepal und den Philippinen: der Artenschutz soll strenger werden.Zerstörung des Lebensraums und Bejagung setzten dem kleinen Räuber in den letzten Jahren zu. Nun soll der Zwergotter unter besonderen Schutz gestellt werden.Vorschlag von Indien, Nepal und den Philippinen: der Artenschutz soll strenger werden.
Zerstörung des Lebensraums und Bejagung setzten dem kleinen Räuber in den letzten Jahren zu. Nun soll der Zwergotter unter besonderen Schutz gestellt werden.
12 Bilder

Galerie zur Artenschutzkonferenz CITES in Genf – diese Arten sollen besser oder schlechter geschützt werden

Grafiken: Selina Buess

Elf Tage Zeit hat die Weltgemeinschaft, um über die internationalen Standards beim Schutz wichtiger Tier- und Pflanzenarten zu beraten. Die Verhandlungen an der grössten Artenschutzkonferenz Cites (Convention on International Trade in Endangered Species) laufen seit letztem Samstag. Ausser Nordkorea, Turkmenistan, Westsahara, Haiti und Osttimor sind fast alle Staaten der Erde vertreten. Obwohl alle Teilnehmer grundsätzlich für den Schutz von seltenen Tieren und Pflanzen sind, herrscht an der Zusammenkunft keineswegs Einigkeit.

Jeder fünfte der insgesamt 55 Anträge will eine Lockerung der Schutzbedingungen von einzelnen Tierarten erreichen, die restlichen wollen das Gegenteil. Dies führt zu offenem Widerspruch: So fordern einige westafrikanische Staaten, dass der Handel mit wilden Elefanten komplett verboten wird. Botswana, Namibia und Simbabwe setzten sich dagegen für eine Lockerung der momentanen Bestimmungen ein. Denn die Anzahl frei lebenden Elefanten in ihrem Gebiet hat sich in den letzten Jahren wieder erhöht, und für die drei Länder sind die Tiere eine natürliche Ressource, mit der sie Geld verdienen und ihre Bevölkerung ernähren können.

Alle Vorschläge, die in Genf diskutiert werden. Für europäische und nordamerikanische Arten sind keine Schutzanträge eingereicht worden. Grafik: Selina Buess

Alle Vorschläge, die in Genf diskutiert werden. Für europäische und nordamerikanische Arten sind keine Schutzanträge eingereicht worden. Grafik: Selina Buess

Einigung auf strengere Schutzbestimmungen scheint möglich

Nach dem bisherigen Verlauf sieht es so aus, als könnten sich jene Staaten durchsetzen, die den Artenschutz ausbauen wollen. Die Delegierten der vorberatenden Kommission haben sich bei der Elefantenfrage mit einer Zweidrittelmehrheit für strengere Regeln ausgesprochen. Endgültig entscheiden wird aber erst die vereinigte Nationen versammlung in der Schlusssitzung am nächsten Mittwoch. Globale Tierschützer beurteilten den Vorentscheid schon als grossen Schritt in die richtige Richtung.

Das nicht ohne Grund: Cites-Beschlüsse haben häufig einen grösseren Einfluss auf den Fortbestand einer Art als beispielsweise Rote Listen, die in den meisten Staaten nur wissenschaftliche Gutachten sind und keine rechtliche Wirkung haben. Denn die an der Konferenz ausgehandelten Bestimmungen können Wilderei direkt verhindern, indem sie den Handel mit gefährdeten Arten international verbieten. Die von der Cites am strengsten geschützten Arten dürfen auch für wissenschaftliche Zwecke nur unter strengen Auflagen genutzt werden.

Diese Massnahmen konnten in der Vergangenheit schon einiges bewirken, wie das Beispiel der Wale zeigt. Im letzten Jahrhundert schrumpften viele Bestände wegen übermässiger Bejagung, einige Arten waren gar vom Aussterben bedroht. Seitdem die Cites in den 70er-Jahren aber einen Handelsstopp beschloss, konnten sich die Meeressäuger erholen. Dank den Cites-Bestimmungen werden neben Walen auch etwa 5000 andere Tier- und 30000 Pflanzenarten geschützt.

Mehr als eine Million Arten gelten laut der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht. Bild: Shutterstock

Mehr als eine Million Arten gelten laut der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht. Bild: Shutterstock

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