Schauspieler Mel Ferrer gestorben

Schauspieler und Produzent Mel Ferrer ist 90jährig in Kalifornien gestorben. Mit seiner Frau Audrey Hepburn lebte er lange in der Schweiz.

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Ehepaar Ferrer-Hepburn 1959. (Bild: ky)

Ehepaar Ferrer-Hepburn 1959. (Bild: ky)

Mel Ferrer war 1953 als Puppenspieler mit den verträumten Augen im Film «Lili» berühmt geworden. Ein Jahr später heiratete er Audrey Hepburn auf dem Bürgenstock über dem Vierwaldstättersee. Die Schauspielerin hatte dort ihren Zweitwohnsitz, weil sie an Asthma litt und das Schweizer Klima ihr besser bekam als das kalifornische. 1967 kaufte sich das Paar ein Haus in Tolochenaz VD, in dem Hepburn auch nach der Scheidung bis zu ihrem Tod 1993 wohnen blieb.

Seit seiner Heirat mit Hepburn arbeitete Ferrer, der perfekt Französisch sprach, immer häufiger auch in Europa. So produzierte er 1971 «The Night Visitor» in Schweden und spielte 1982 in «Mille Milliarde de Dollars» neben Jeanne Moreau in Frankreich. 1962 sass er in der Jury des Filmfestivals von Cannes.

Nach der Trennung von Hepburn, seiner dritten Ehefrau, erlitt Ferrer einen Herzinfarkt, der sein Arbeitstempo in den 70er-Jahren etwas drosselte. Dennoch stand er allein für die TV-Serie «Falcon Crest» 68 Folgen lang vor der Kamera. Daneben spielte er weiter in Europa, beispielsweise 1981 in Rainer Werner Fassbinders «Lili Marleen» einen Schweizer Geschäftsmann, der deutschen Juden zur Flucht verhilft.

Ferrer war nach seinem Regie-Début in Hollywood mit «Girl of the Limberlost» (1945) abwechselnd als Schauspieler, Regisseur und Produzent tätig. Immer wieder betonte er, dass er nur ungern schauspielere, da er eigentlich ein introvertierter Mensch sei.

Zu seinen grössten Erfolgen neben «Lili» gehörten «Scaramouche» (1952), «Rancho Notorious» an der Seite von Marlene Dietrich (1952) und Tolstois «War and Peace» (1956) neben Audrey Hepburn. (sda)

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