Santi folgt auf Egli

Neuer Leiter der St. Galler Tanzkompanie wird ab 2009 Marco Santi, der jetzige Tanzdirektor des Theaters Osnabrück. Er soll Philipp Eglis Linie weiterführen.

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Marco Santi, St. Gallens Tanzchef ab nächsten Sommer. (Bild: pd)

Marco Santi, St. Gallens Tanzchef ab nächsten Sommer. (Bild: pd)

Ende Januar wurde bekannt: Philipp Egli verlässt das Theater St. Gallen Ende der Spielzeit 2008/2009 nach acht Jahren. Er wird sich mit dem «Tanz in der Kathedrale» der Festspiele 2009 verabschieden. Diese neue Veranstaltungsform war kennzeichnend für Eglis vielfältige Anstrengungen, dem Tanz neue Spielorte und damit auch ein breiteres Publikum zu verschaffen.

Seinen Rücktritt hatte Egli damals zur Hauptsache damit begründet, dass sich der Umbau der St. Galler Lokremise weiter verzögerte. Wird das Umbauprojekt im November vom Volk angenommen, so dürfte die Einweihung im Jahr 2010 stattfinden – für Egli eine zu lange Perspektive, für seinen Nachfolger jedoch ein umso attraktiverer Einstand.

Klassische Herkunft

Marco Santi absolvierte seine Ausbildung am Teatro Nuovo seiner Heimatstadt Turin. Mit 18 Jahren gewann er beim Prix de Lausanne den ersten Preis und einen Preis als Nachwuchschoreograph. Ab 1983 war er 10 Jahre Solist beim Stuttgarter Ballett. Als Tänzer und Choreograph wirkte er u. a. auch beim Scapino Ballett Amsterdam, bei den Salzburger Festspielen, in München, Augsburg, Osnabrück, Frankfurt sowie an der Oper Köln.

Als Mitbegründer und Leiter des Produktionszentrums für Tanz und Performance in Stuttgart sei Santi einer der wichtigsten Kontakte für junge Choreographen gewesen, schreibt das Theater. Santi war zudem Dozent für klassischen und zeitgenössischen Tanz in Stuttgart, Berlin und Frankfurt. Seit 2005 leitet er das Tanzensemble in Osnabrück.

Opern und «Raumgriffe»

«Es gelang ihm, dem Osnabrücker Ensemble in kurzer Zeit einen überregionalen Ruf zu verschaffen», hebt das Theater hervor. Wie Philipp Egli in St. Gallen machte sich auch Marco Santi einen Namen mit Performances an aussergewöhnlichen Spielorten wie Kirchen und Museumsräumen. Er choreographierte zudem für Opern wie «Das schlaue Füchslein», «Idomeneo» und «Ariadne auf Naxos» an der Bayerischen Staatsoper München.

«Mit Marco Santi erhofft sich das Theater St. Gallen, den erfolgreich eingeschlagenen Weg von Philipp Egli mit dem zeitgenössischen Tanz weiterzuführen», schreibt das Theater. Santi kommt in den nächsten Tagen nach St. Gallen – Gelegenheit, ihn dann näher vorzustellen. (Su.)

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