Salzkorn
Ein Hoch auf das Städte-Bashing der SVP

Die SVP umgarnt ihre urbane Wählerschaft seit Wochen mit Kosenamen. Ob das gut kommt?

Jürg Ackermann
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Der Frust war gross. Als es 2020 selbst der gemässigte SVP-Kandidat Michael Götte nicht in die St. Galler Regierung schaffte, verstand die Partei die Welt nicht mehr. Die Stadt St. Gallen sei schuld, so die Diagnose. Götte hatte dort schlecht abgeschnitten.

Um künftig bei Majorzwahlen die so wichtigen urbanen Stimmen zu sichern, gibt die SVP nun mit einer Charmeoffensive Gegensteuer. Seit Wochen umgarnt sie die Bewohnerinnen und Bewohner von mitte-links dominierten Städten wie St. Gallen mit Kosenamen wie «Schmarotzer» oder «Abzocker». Die Vorfreude bei den nächsten Ständeratswahlen Esther Friedli oder Stefan Kölliker auf den Stimmzettel zu schreiben, steigt hier bei vielen Politinteressierten täglich.

Wobei die Partei in der Sache natürlich Recht hat, gerade in St. Gallen. Während die linken Städter auf der faulen Haut liegen und Café trinken, wird fast das ganze Steuersubstrat des Kantons im Toggenburg, dem Necker- und dem Weisstannental erarbeitet, wo auch sämtliche kantonale Leuchttürme wie Universität, Textilfirmen, Theater, Banken oder der FC St. Gallen stehen. Was aber, sollte die SVP bei Regierungs- oder Ständeratswahlen wieder krachend scheitern? Wir freuen uns schon jetzt auf die parteiinterne Analyse!

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