Romantik: Endspiel

HÖRBAR KLASSIK Einmal hat ein anzüglicher Kritiker das ausufernde Schaffen Max Regers als «Fruchtbarkeit eines Kaninchens» definiert. In der Tat: in seinem kurzen Leben von nur 43 Jahren leistete dieser eminent deutsche Komponist Bemerkenswertes.

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hörbar - Max Reger

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HÖRBAR KLASSIK

Einmal hat ein anzüglicher Kritiker das ausufernde Schaffen Max Regers als «Fruchtbarkeit eines Kaninchens» definiert. In der Tat: in seinem kurzen Leben von nur 43 Jahren leistete dieser eminent deutsche Komponist Bemerkenswertes. Zugleich vereinte er Konträres: er horchte zurück zu Bach und Beethoven, handkehrum landete er im harmonischen Gestrüpp der späten Romantik. Da haben die Violinsonaten zumindest den Vorteil einer diskreten Besetzung und dürfen sich melodischem Strömen öffnen. Mit den Sonaten op. 3 und 41 beschliessen zwei engagierte und prominente Schweden ihren ambitiösen Reger-Zyklus: Geiger Ulf Wallin und Pianist Roland Pöntinen.

Max Reger, Violin Sonatas, op. 3 & 41, Ulf Wallin, Roland Pöntinen, cpo 777 449

Romantik: Nachklang

In Good Old England ist manches ein bisschen anders. Als nach dem Ersten Weltkrieg auf dem Kontinent neue Klänge aufbrachen, pflegten die Engländer weiterhin die romantische Geste. Etwa William Walton im Klavierquartett, bei welchem immerhin gelegentlich keckere Töne angestimmt worden. Doch das eigentliche Fundstück der CD mit dem spielfreudigen Frith Piano Quartet (nebst der Phantasy von Benjamin Brittens Lehrer Frank Bridge) kommt aus Belgien: Guillaume Lekeu, ein erstaunliches Talent, konnte sein Klavierquartett 1894 nicht vollenden; er starb 24jährig an Typhus. Die beiden erhaltenen Sätze lassen (Zitat des Komponisten) «Millionen von Gefühlen miteinander kollidieren».

Frith Piano Quartet, Walton/Bridge/ Lekeu, Nimbus NI 6183

Mario Gerteis

hörbar - Frith Piano Quartet

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