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Ratgeber

Zyste am Knie führt zu unerträglichen Schmerzen

Bei mir (w, 72) ist eine Bakerzyste diagnostiziert worden. Ich habe sehr starke Schmerzen und kann kaum gehen. Weshalb kommt es zu dieser Zyste, welche Therapie ist am ehesten zu empfehlen? Geht es ohne OP?
Dr. med. Claudio Stöbe*

Die Bakerzyste wird nach ihrem Erstbeschreiber, dem englischen Chirurgen William Morrant Baker (1839–1896), benannt. Die Bakerzyste ist keine eigene Erkrankung, sondern das Symptom verschiedener Störungen des Kniegelenkes. Betroffen sind meist ältere Patienten mit abnutzungsbedingten Problemen des Kniegelenkes. Aber auch bei Kindern werden Zysten beschrieben, die sich jedoch meist von selbst zurückbilden.

Dr. med. Claudio Stöbe,

Dr. med. Claudio Stöbe,

Ursache ist ein Schaden oder eine Krankheit des Gelenkes. Ein Meniskusriss, ein Knorpelschaden oder eine rheumatische Erkrankung können eine Bakerzyste entstehen lassen. Durch die Reizung des Kniegelenkes kommt es zu einem erhöhten Gelenkflüssigkeitsdruck. Diese Flüssigkeit stülpt dann am Ort des geringsten Widerstandes die Gelenksinnenhaut aus dem Gelenk nach aussen. So kommt es auf der Rückseite des Kniegelenkes zwischen der Wadenmuskulatur zu einer Aussackung der Gelenksinnenhaut in die Kniekehle. Diese Raumforderung drückt auf die benachbarten Nerven, Arterien und Venen und führt dort zu Schmerzen.

Thrombose oder Tumor ausschliessen lassen

Kleine Zysten machen meist keine Beschwerden. Je grösser die Zyste und damit die Raumforderung in der Kniekehle, desto schmerzhafter ist sie in der Regel. Betroffene klagen über Stechen oder Spannungsgefühl in der Kniekehle, meist abhängig von Aktivitätsniveau. Beschwerden dieser Art sollten immer abgeklärt werden, weil die Symptome einer Thrombose oder selten denen eines Tumors ähnlich sein können.

Der Orthopäde kann die Bakerzyste anhand der Untersuchung und der Beschwerden diagnostizieren. Zur Grössenbestimmung und Abgrenzung zu einer Thrombose kann ein Ultraschall hilfreich sein.

Die Ursache für die Beschwerden findet man in Röntgenbildern und einer magnetresonanztomographischen (MRT) Untersuchung des Kniegelenkes.

Diese Flüssigkeitsansammlungen in der Kniekehle können durch Grössenzunahme und Belastung platzen. Für die Betroffenen ist dies ausgesprochen schmerzhaft und führt sie spätestens dann zum Arzt. Wenn sich die Flüssigkeit im Unterschenkel wieder auflöst, verschwinden meist auch die Schmerzen für eine Zeit, bis sich die Zyste wieder neu bildet.

Ursachenbehandlung statt Operation

Meistens ist es nicht sinnvoll, die Aussackung der Gelenksinnenhaut (Zyste) chirurgisch zu entfernen, sondern es sollte nach der Ursache im Kniegelenk gesucht und diese – falls möglich – behandelt werden. Entfernt man die Zyste und nicht die Ursache, so wird sich die Zyste in den meisten Fällen wieder neu bilden.

Ist die Ursache für die Bakerzyste gefunden, kann sich diese Flüssigkeitsansammlung durch Behandlung des Meniskus, des Knorpelschadens oder der rheumatologischen Erkrankung vollständig zurückbilden.

Ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich oder nicht gewünscht, können durch Kompressionsbandagen, entzündungshemmende Medikamente und Infiltration des Kniegelenkes mit Cortison kleinere Zysten auch zur Rückbildung gebracht oder zumindest die Beschwerden gelindert werden.

* Dr. med. Claudio Stöbe ist Facharzt für Chirurgie und Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates; www.hirslanden.ch

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