Ratgeber

Wohnungswechsel: Für welche Schäden muss ich zahlen?

Ich zügle Ende September. Für welche Schäden muss ich in meiner alten Wohnung selber aufkommen? Leider habe ich nicht mehr alle Wohnungsschlüssel. Muss ich für die Kosten für ein neues Schloss aufkommen? Muss ich das angebrachte «Chatzentörli» entfernen und die Türe reparieren lassen?

Ralph Echensperger*
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Grundsätzlich haftet der Mieter für Schäden, die von ihm selber, seinen Gästen oder Haustieren während der Mietdauer verursacht worden sind. In vielen Fällen übernimmt seine Privathaftpflichtversicherung die Kosten abzüglich des Selbstbehalts. In der Regel unterstützt übrigens die Versicherung den Mieter, indem sie unberechtigte Ansprüche des Vermieters abwehrt oder überhöhte Forderungen heruntersetzt.

Ralph Echensperger.

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Die Privathaftpflichtversicherung kommt für Schäden auf wie: Flecken auf dem Teppich aufgrund eines umgestossenen Weinglases, einen Sprung im Lavabo, Kratzspuren von High Heels auf dem Parkett oder Einbrennungen auf der Glaskeramikplatte des Kochherds. Die Versicherung zahlt auch, wenn beim Umzug das Geländer im Treppenhaus beschädigt wird. Auch die Kosten für den Ersatz einer überstrapazierten Tapete respektive den neuen Anstrich der Wände übernimmt die Versicherung. Sie bezahlt aber nur, was haftpflichtrechtlich geschuldet ist, man nennt dies auch den Zeitwert. Ein Beispiel: Beträgt die Lebensdauer einer Tapete zehn Jahre, übernimmt die Versicherung bei einer fünf­jährigen Tapete 50 Prozent der Kosten für das Neutapezieren. Die andere Hälfte geht zu Lasten des Vermieters.

Raucher müssen zahlen

Aber aufgepasst: Die Versicherung zahlt jedoch nicht, wenn der Mieter in der Wohnung geraucht hat und nach seinem Auszug die Wände neu gestrichen oder tapeziert werden müssen. Der Grund: Raucher müssen davon ausgehen, dass das Rauchen in der Wohnung zu gelben Wänden führt. Auch wenn die Farbe eigentlich längst amortisiert ist, muss der Mieter damit rechnen, dass er für die Beseitigung der Nikotinschäden aufzukommen hat.

Alles, was dagegen unter das Kapitel «normale Abnutzung» fällt, geht zu Lasten des Vermieters. Darunter fallen beispielsweise vergilbte Tapeten, Spuren von Möbeln oder Bildern an den Wänden und korrekt gefüllte Dübellöcher.

Termine einhalten

Immer wieder sind auch Katzentüren ein Thema. Hier gilt: Wenn der Mieter vor der Installation des «Chatzen­törlis» die schriftliche Ein­willigung seines Vermieters eingeholt hat, hat der Vermieter kein Anrecht darauf, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Falls dies nicht der Fall ist, kann der Vermieter beim Auszug ver­langen, dass der Mieter die Instandstellung bezahlt.

Keine Sorgen müssen sich Mieter machen, wenn plötzlich ein Wohnungsschlüssel fehlt und deswegen das Schloss ersetzt werden muss. Die Kosten dafür können der Privathaftpflichtversicherung angegeben werden. Aber aufgepasst: Der Mieter muss die Schäden spätestens beim Auszug der Versicherung melden.

* Ralph Echensperger ist Leiter Schaden bei der Zurich Versicherung Schweiz, www.zurich.ch