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Ratgeber

Woher hat der Grittibänz seinen Namen?

Bald kommt wieder der Samichlaus – und somit ist auch wieder Grittibänzzeit. Woher stammt eigentlich das Wort «Grittibänz» respektive der Brauch? Wie gelingt das Backen einer solchen Teigfigur sicher?
Monika Neidhart*
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Der geläufigste Begriff für die Teigfigur mit den Rosinenaugen ist in der Deutschschweiz «Grittibänz» oder auch «Grättimaa» (im Baselbiet). In der Nordostschweiz sind «Elgerma»/«Ölgerma» gebräuchlich. Historiker sind sich nicht einig über die Geschichte des Gebäcks. Gemäss «Kulinarischem Erbe der Schweiz» wird der Ursprung in einem Kinderumzug mit Kinderbischof vermutet, der im 14. Jahrhundert jeweils am 6. Dezember stattfand. Dabei wurden die Teilnehmer am Schluss mit einem Wecken aus Weissmehl beschenkt.

Sicher ist, dass dieses Gebäck schon seit Jahrhunderten in Deutschland, im Elsass und in der Schweiz während der Weihnachtszeit gebacken wird – in Form eines Mannes wurde es aber erst im 19. Jahrhundert erwähnt. «Chriddibänz» hiess es – da ist die Bezeichnung «Grittibänz» nicht weit entfernt. Ein «Gritti» ist im Berner Dialekt ein alter, gebrechlicher Mann, der mit gespreizten Beinen geht, denn «grätte»/«gritte» bedeutet «die Beine spreizen, grätschen». «Bänz» ist eine Koseform von Benedikt und ähnlichen, früher beliebten Männernamen. «Elgermaa» hingegen verweist auf das Städtchen Elgg im zürcherisch-thurgauischen Grenzgebiet.

Unklar ist, warum man das Gebäck heute fast nur in männlicher Gestalt sieht. Ein Zürcher Niklausspruch aus 1546 deutet nämlich darauf hin, dass auch weibliche Formen üblich waren.

Grittibänzen mit Kindern zu backen, ist etwas Herrliches. Der Teig entspricht einem Zopfteig: 500 g Mehl mit 1,5 KL Salz und 1 KL Zucker mischen. 60 g weiche Butter in Stücken dazu geben. 10 g Hefe mit 3 dl Milch anrühren, zum Mehl geben. Den Teig von Hand so lange kneten, bis er geschmeidig ist, durch Überlappen Luft hineinarbeiten. Anschliessend Teig bei Raumtemperatur zugedeckt ums Doppelte aufgehen lassen.

Generelle Tipps: Nicht zu viel Hefe verwenden! Mit viel Hefe geht der Teig zwar schnell auf, doch kann sich das feine Aroma – auch der Butter – nicht genug entwickeln. Damit sich die Hefe vermehren kann, das Salz stets vor der Hefezugabe mit dem Mehl mischen. Die Flüssigkeit soll höchstens Zimmertemperatur haben – ab 45 °C stirbt Hefe ab. Wird der Teig in der Küchenmaschine gemacht, Milch und Butter direkt aus dem Kühlschrank verwenden und auf niedrigen Touren geschmeidig kneten lassen. Dies verhindert, dass der Teig zu warm wird und die Hefe zu früh und zu stark gärt.

Kreativität freien Lauf lassen

Beim Formen der Teigfigur Arbeitsfläche nur wenn nötig und sparsam bemehlen. Dadurch haftet der Teig besser und rutscht nicht weg. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Rosinen oder Mandeln tief in den Teig drücken. Mit einer Schere den Mund schneiden. Achtung: Zu feine Details können beim Backen verbrennen.

Bänz mit Ei bepinseln. In der unteren Hälfte des auf 200 °C vorgeheizten Ofens backen. Für die Backprobe wird oft das Klopfen auf der Unterseite empfohlen. Das hat seine Tü- cken: Das Gebäck ist zu heiss zum Anfassen, und Details könnten abbrechen. Festigkeit besser an der Seite, wo der Grittibänz etwas heller ist, prüfen. Ist der Teig stabil, ist fertig gebacken.

Für einen gelungenen Chlaushöck braucht es wenig. Eine heisse Suppe, Spanische Nüssli, Mandarinen, Aufschnitt, Käse, heisse Getränke ... Da ist die gute Laune nicht weit weg.

*Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH www.textwerke.ch

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