Wie wasche ich, wenn ich die Umwelt schonen will?

Wir waschen jede Woche mehrmals. Da frage ich mich schon, wie ich dabei die Umwelt schonen kann? Das Angebot an Wasch- und Hilfsmitteln ist ja riesig. Was davon ist wirklich nötig? Wie verhält es sich beispielsweise mit Entkalkern? Braucht es diese denn bei jeder Wäsche?

Monika Neidhart*
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Waschen war bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine mühsame, strenge Handarbeit. Heute ist das kein Problem mehr. Gemäss Bundesamt für Energie hat sich aber zwischen den Jahren 2000 und 2017 der Stromverbrauch fürs Waschen und Trocknen verdoppelt – und das trotz stromsparenden Geräten. Mit wenigen Massnahmen kann man jedoch die Umwelt schonen wie auch das Portemonnaie entlasten.

Monika Neidhart

Monika Neidhart

Luzerner Zeitung

Die effektivste Massnahme ist, weniger zu waschen. Dabei hilft Ordnung. Verschwitzte oder schmutzige Kleidungsstücke gehören in die Wäsche, während saubere Hosen, Pullover oder T-Shirts ausgelüftet werden können. Wer keinen Balkon hat, kann sie auch im Bad aufhängen. Die Feuchtigkeit hilft bei der Beseitigung von Geruch und Knitterfalten. Über Nacht Kleider über einen Stuhl legen oder an einen Bügel hängen, damit sie nicht zerknittern. Entstandene Flecken sofort mit Wasser entfernen.

Umweltbewusst waschen

Die Umwelt schont man auch, wenn man starke Verschmutzung vorbehandelt, etwa mit Gallseife. Oder den Schmutz ausbürstet: Vorwäsche ist so überflüssig. Das Fassungsvermögen der Waschtrommel ausnutzen: Buntwäsche bis eine Handbreite füllen, Feinwäsche etwas weniger. Programm und Temperatur den Wäschestücken entsprechend wählen. Für Buntwäsche mit normaler Verschmutzung reichen 30°C. Das braucht rund zwei Drittel weniger Strom als bei 60°C.

Was das Waschmittel betrifft, so macht man mit der richtigen Dosierung gemäss Angaben auf der Verpackung bereits vieles richtig. Ein Colorwaschmittel (bis 60°C)und ein Feinwaschmittel für empfindliche Wäsche reichen. Universal-/Vollwaschmittel sind aggressiver zu Farben, da sie Bleichmittel enthalten. Vor allem sind diese für 90°C-Wäsche geeignet.

Allgemein gilt, dass Pulver umweltfreundlicher sind als flüssige Waschmittel, da Letztere Konservierungsmittel und mehr von den schwierig abbaubaren Tensiden enthalten. Sie können bei dunklen Stoffen weisse Spuren hinterlassen. Tabs und portionierte Gels eigen sich weniger für stark verschmutzte Wäsche.

Überflüssige Weichspüler

Wasserenthärter, Weichspüler und andere Zusätze sind in der Regel nicht notwendig, kosten vor allem Geld und belasten die Gewässer. Hartes Wasser erschwert die Reinigung. Tenside und Bleichmittel machen es weicher. Sind sie dem Waschmittel beigefügt, braucht es keine Enthärter. Als Alternative kann Sodapulver verwendet werden, jedoch nicht bei Wolle und Seide. Die Härte des Wassers kann beim Wasseranbieter (Gemeinde) nachgefragt werden. Dosierung entsprechend der Härte anpassen. Und noch ein Tipp: Ab und zu die Wäsche mit mindestens 60°C waschen, damit sich kein Mikrofilm in der Waschmaschine ablagert.

* Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH. www.textwerke.ch