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Wie rücke ich dem Holzwurm zu Leibe?

Seit einiger Zeit vernehme ich vor allem nachts deutliche Raspelgeräusche aus dem Holz meines Sessels. Ich befürchte, dass sich da Holzwürmer gütlich tun. Woran erkenne ich den Befall, und wie lassen sich Holzwürmer in Möbeln oder Gegenständen unschädlich machen?

Dr. phil. nat. Regina Lenz*
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Regina Lenz

Regina Lenz

Der Holzwurm ist nicht wirklich ein Wurm, sondern die Larve eines Käfers, nämlich des Gemeinen oder Gewöhnlichen Nagekäfers (Anobium punctatum). Diese frisst sich durch trockenes Laub- und Nadelholz und ist bei uns der häufigste Trockenholzschädling in älteren Möbeln, Kunstwerken, Musikinstrumenten oder anderen Gebrauchsgegenständen aus Holz. Die bis zu 6 mm lange Larve, umgangssprachlich eben auch als Holzwurm bezeichnet, ist nicht zu verwechseln mit der Larve des Hausbockkäfers, welche ausschliesslich altes, trockenes Nadelholz befällt und bis zu 30 mm lang wird.

Bakterien zersetzen Holz

Ein weiblicher Nagekäfer legt bis zu 50 Eier in alte Schlupflöcher oder auf Unebenheiten der Holzoberfläche ab. Nach 13 bis 24 Tagen schlüpfen die Larven und fressen sich ins Holz. Dank spezieller Bakterien im Darm kann die Larve das Holz zersetzen und sich davon ernähren. Besonders gerne nagt der Holzwurm an Trockenholz mit einer Restfeuchtigkeit von 10 bis 15%, weshalb vor allem Holzgegenstände in kühlen und unbeheizten Räumen oder auch Dachkonstruktionen befallen werden. Die Larven machen dabei keinen Unterschied zwischen frischem oder altem Trockenholz. Nach 2 bis 10 Jahren (je nach Bedingungen) verpuppen sich die Larven, und im Frühling schlüpfen die adulten, 2,5 bis 5 mm langen Käfer. Zur Eiablage kehren die Weibchen oft zum eigenen Schlupfloch zurück.

Äusserlich erkennt man einen Befall an den runden, 1 bis 2 mm grossen Schlupflöchern im Holz. Oft kann auch herausrieselndes feines Holzmehl beobachtet werden. Herausgerieseltes Holzmehl allein ist noch keine deutliche Anzeige für einen akuten Befall – auch Jahre später kann das Holzmehl noch aus den Schlupflöchern rieseln. Bei einem aktuellen Befall kann man jedoch in der Stille der Nacht deutliche Knabber- und Knuspergeräusche vernehmen.

Die Bekämpfung ist nicht ganz einfach. Gegenstände, die in die Tiefkühltruhe passen, können für einige Tage gut verpackt darin gelagert werden. Unbehandelte Holzoberflächen mit kleinen Befallsherden können mit Holzschutzmittel gemäss Anleitung behandelt werden. Die Holzwürmer sind überdies hitzeempfindlich und werden bei Temperaturen von über 55 ºC abgetötet. Auch eine Begasung (etwa bei Kunstgegenständen) kann in Betracht gezogen werden. Aber Achtung: Diese beiden Methoden, Hitze und Begasung, sollten von einer Fachperson unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden

Eicheln als Lockmittel

Eine interessante Methode, die es auszuprobieren gilt, ist, Eicheln in der Nähe des befallenen Holzes auszulegen. Holzwürmer mögen Eicheln. Die Larven werden dadurch eventuell aus dem Holz gelockt und befallen die Eicheln. Grössere Befälle oder Holzwurmbefall an tragenden Konstruktionen sollten immer von einer Person mit einer Fachbewilligung Holzschutz begutachtet und wenn nötig behandelt werden.

*Dr. phil. nat. Regina Lenz ist Biologin/Umweltberaterin

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