Ratgeber

Wie reinige ich Haushaltsschwämme richtig?

Wie geht man mit Schwämmen um? Oft liest man, wie mit Blockseifen, Abwaschlappen oder Handtüchern umzugehen sei, um die hygienischen Richtlinien einzuhalten. Doch wie reinige ich Abwaschschwämme, Pfannenschwämme, Putzschwämme? Und stimmt es, dass Schwämme «Pilzfänger» sind?

Monika Neidhart*
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Schwämme sind ideale Orte für Mikroorganismen aller Art. Die Freiräume dieser Reinigungshilfen sind ideale «Behausung» für Kleinstlebewesen. Wenn dann noch ideale Lebensbedingungen für Keime wie Feuchtigkeit, Wärme und Nahrungsmittelreste vorhanden sind, vermehren sich Keime schnell. Doch deswegen jede Woche einen Küchenschwamm wegwerfen? Das kann es auch nicht sein.

Monika Neidhart

Monika Neidhart

Luzerner Zeitung

Auch wenn Schwämme für wenig Geld zu kaufen sind, wirft man doch jedes Mal Rohstoffe und Produktionsmittel wie Wasser und Energie weg – im Falle von Kunststoffschwämmen auch Teile von Erdöl und Additive wie Weichmacher. Hat man keine Kranken oder andere gefährdete Personen im Haushalt, ist keine Panik angesagt. Dann genügen ein paar Massnahmen, Schwämme aller Art lange gebrauchen zu können, ohne jemanden zu gefährden.

Die besten Mittel zur Keimbekämpfung sind Hitze und Chemie, respektive Heisswasser und Abwaschmittel. Waschen Sie also den Schwamm nach jedem Gebrauch gründlich mit Seife oder Abwaschmittel und möglichst heissem Wasser aus. Bei 60 °C kann bereits ein Grossteil der Keime eliminiert werden. Je höher die Temperatur des Wassers, desto mehr Mikroorganismen werden abgetötet. Das dürfte insbesondere bei Kunstschwämmen kein Problem sein. Zusätzlich können Sie die Schwämme in der Abwaschmaschine mitwaschen, wenn Sie ein Programm mit 60 - 75°C wählen.

Ab in die Waschmaschine

Die Schwämme können auch in der Waschmaschine mitgewaschen werden. Damit Schwämme mit rauer Seite keine Kleider beschädigen, stecken Sie sie in ein Waschsäckli. Als Mass für das Mitwaschen in der Maschine kann die Nase helfen. Riecht der Schwamm schlecht, ist es höchste Zeit für einen gründlichen Waschgang.

Lassen Sie die Schwämme nach dem Auswaschen von Hand oder in der Maschine an einem luftigen Ort vollständig austrocknen. Versorgen Sie sie danach etwa im Schrank unterhalb des Lavabos.

Auch Naturschwämme, die man vor allem im Badezimmer verwendet, muss man nach jedem Gebrauch gründlich mit klarem Wasser auswaschen und gut ausdrücken. Lassen Sie diese an einem gut gelüfteten, trockenen Ort vollständig austrocknen. In Dusch-/Baderäumen ohne Fenster vergisst man oft, dass die Schwämme nur langsam trocknen.

Ist der Naturschwamm hart oder spröde geworden, kann er 24 Stunden in einer Salzlauge aufgefrischt werden (rund 100 g Salz, möglichst ohne Zusätze wie Jod, in einem Liter Wasser auflösen). Bei Verfärbungen hilft ein Essigwasser. Danach gründlich auswaschen und wie immer an einem luftigen Ort trocknen lassen. Beim Waschen in der Waschmaschine sollten Sie keine Waschmittel dafür verwenden.

* Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH. www.textwerke.ch