Ratgeber

Wie pflege, schneide und dünge ich die Rosen korrekt?

Wir sind unsicher, wie wir unsere Rosenstöcke pflegen sollen. Müssen wir die jetzt zurückschneiden oder erst im Herbst? Und wie sieht es mit der Düngung aus?

Othmar Ziswiler*
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Othmar Ziswiler

Othmar Ziswiler

Für die Rosenpflege steht jetzt eine wichtige Zeit an. Es gilt, die Pflanzen richtig zurückzuschneiden und zu düngen, sodass sie das ganze Jahr über genügend Kraft haben, um zu wachsen und zu blühen. Aber keine Angst, Rosen sind zwar Diven, aber auch sie verzeihen – wie viele andere Pflanzen – einiges.

Frühlingsschnitt

Wurden die Rosen im Herbst mit Tannenzweigen, Mulch- oder anderem Material gegen Kälte oder zu starke Wintersonne abgedeckt, können diese entfernt werden, sobald nicht mehr mit allzu starken Frösten gerechnet werden muss. Gleichzeitig die Beetrosen auf 3 bis 5 Augen zurückschneiden – das sind etwa 15 Zentimeter. Zuerst werden alle abgestorbenen, schwachen Triebe und Wildtriebe entfernt. Diese erkennt man daran, dass sie unterhalb der Veredelungsstelle austreiben und oft viele feine Dornen haben. Sind pro Rosenstock mehr als 3 bis 5 Triebe vorhanden, können die ältesten herausgeschnitten werden. Strauchrosen werden ähnlich geschnitten. Etwa 40 Prozent der Triebe kommen weg, und die jungen Triebe werden um etwa einen Drittel eingekürzt, damit die Pflanze wieder genügend Licht erhält.

Beim Schnitt der Kletterrosen wird unterschieden zwischen einmal blühenden, bei welchen erst nach der Blüte (Juli/August) alle Seitentriebe, die zuvor Blüten getragen haben, entfernt werden, und den öfter blühenden Kletter­rosen. Bei diesen in jedem Jahr 1 bis 2 Haupttriebe entfernen und alle Seitentriebe auf 3 bis 4 Augen zurückschneiden. Kletterrosen bei Bedarf aufbinden, da sie nicht selber klettern.

Rosen brauchen Dünger

Rosen gehören zu den Stark­zehrern. Sie haben also einen erhöhten Bedarf an Dünger. Im Fachhandel sind verschiedene Produkte erhältlich, die speziell für Rosen entwickelt wurden.

Rosen sollten grundsätzlich im zeitigen Frühjahr direkt im Anschluss an den Schnitt gedüngt werden. So haben sie einen guten Start in die Vegetationsphase. Für die Menge beachten sie die Herstellerangaben auf den Verpackungen. Es empfiehlt sich, die Menge exakt abzuwägen. Nach der ersten Blütenphase kann noch einmal mit einer reduzierten Menge nachgedüngt werden. Dem Düngen besondere Beachtung geschenkt werden muss bei Rosen in Töpfen oder auf kleinen Pflanzflächen. Hier kann es nötig sein, die Pflanzen zusätzlich mit Flüssigdünger zu giessen. Diese wirken schneller und sorgen so für ein gesundes Wachstum in diesen begrenzten Wurzelräumen.

Pilze bekämpfen

Der ärgste Feind der Rosen sind verschiedene Pilze. Gerade ältere Beetrosensorten werden gerne von Sternrusstau und Mehltau befallen. Um das zu verhindern, sollten die Pflanzen nicht zu dicht stehen (richtig schneiden), und bei Neupflanzungen Sorten verwenden, die robust gegen diese Krankheiten sind. Und wichtig: befallene Blätter sofort entfernen! Oft lassen sich aber Spritzungen nicht verhindern. Es gibt aber auch gute biologische Mittel. Da befallene Blätter nicht geheilt werden können, sollten die Spritzungen vorbeugend angesetzt werden.

Bei Schädlinge wie Blattläusen, Rosenzikaden oder Milben können Sie bis zum ersten Auftreten zuwarten. Dann aber schnell reagieren, denn diese können sich sehr schnell ausbreiten. Beachten Sie auf jeden Fall die Anweisungen auf den Bekämpfungsmittelverpackungen.

*Othmar Ziswiler ist Leiter Gärtnerischer Detailhandel Jardin Suisse, www.jardinsuisse.ch

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