Ratgeber

Wie lange dürfen Fingernägel im Arbeitsalltag sein?

Künstliche Fingernägel im Büro? Zwar sind gepflegte und lange Fingernägel im Trend und sehen auch durchaus schön aus, doch sind sie auch im Arbeitsleben passend? In unserem Betrieb ist das gerade ein grosses Thema, weil immer mehr Lehrtöchter künstliche Nägel haben.

Doris Pfyl*
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Viele Frauen achten sehr auf ihre Nägel und pflegen diese aufwendig. Den jungen Damen wird in den Nail Studios aufgezeigt, dass auf der Nagelfläche wahre Kunstwerke kreiert werden können. Und natürlich haben Frauen mit eher kurzen Nagelbetten Freude am Trend der künstlich aufgebauten Nägel. Diese verhelfen zu elegant wirkenden Fingern.

Doris Pfyl

Doris Pfyl

Luzerner Zeitung

Aber selbstverständlich ist diesbezüglich im geschäftlichen Umfeld einiges zu beachten. In Branchen, in denen Hygienevorschriften herrschen, sind lange Nägel absolut tabu, ja gar verboten. Man stelle sich eine Feinkostverkäuferin oder eine Pflegefachfrau mit sehr langen Nägeln vor. Die Gefahr, Keime zu verbreiten, ist gross. Deshalb kann ein Arbeitgeber durchaus verlangen, dass die Mitarbeitenden ihre Nägel kurz tragen.

Aber auch in anderen Brachen sollte im geschäftlichen Umfeld auf eine gemässigte Nagellänge geachtet werden. Sehr lange Nägel wirken unpraktisch und wenig zupackend.

Mit Nägeln, die zwei Millimeter über die Fingerkuppe ragen, ist frau noch in der Lage, ihre Computertastatur problemlos zu bedienen. Natürlich ist auch die Form des Nagels nicht unwichtig. Spitz modellierte Nägel wirken aggressiv, wie Krallen einer Raubkatze. Ausserdem vertippt man sich damit dauernd und das Klacken auf der Tastatur könnte die Bürogemeinschaft nerven.

Anfangs zweifelhafter Ruf

Nägel mit viel Klimbim wie Glitzersteinchen und Blümchen wirken verspielt und mädchenhaft. Diese Signale sind in den meisten Branchen ebenfalls nicht gewünscht. Viele Frauen lackieren ihre Nägel leidenschaftlich gerne. Die Auswahl an Farben und Qualitäten ist riesengross.

Dabei lief die Erfolgsgeschichte des Nagellacks recht holprig an. Während andere Beautyprodukte wie Wimperntusche und Lippenstift früh als salonfähig galten, genoss der Nagellack Ende der 20er Jahre noch einen zweifelhaften Ruf. Frauen, die ihre Nägel lackierten, galten als verrucht.

Das hat sich inzwischen stark gewandelt. Wie beliebt die kleinen Fläschchen mit Nagellack sind, zeigt die grosse Auswahl in den Warenhäusern. Tatsächlich kann ein etwas ereignislos wirkendes Outfit mit dem passenden Lack aufgepeppt werden. Wenn sich frau gerne schmückt, ist Nagellack eine einfache Variante für Individualität.

Immer passend sind dezente Farben. Je kreativer die Branche, umso bunter kann die Farbwahl ausfallen. Allerdings haben knallrote, überlange Exemplare im geschäftlichen Umfeld einen schweren Stand. Lackträgerinnen hören diese Aussage nicht gerne. Aber im Büroalltag wirken rote lange Nägel tatsächlich sehr erotisch – wenn also Knallrot, dann nur auf kurzen Nägeln. Ob an einem Meeting oder beim Kundenkontakt. Das Gestikulieren mit den Händen ist ein wichtiger Teil unserer Körpersprache. Entsprechend punktet frau mit gepflegten Nägeln.

* Doris Pfyl ist Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin sowie Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM. www.imagemodestil.ch