Wie gelingen mir meine Kuchen besser?

Ich backe gerne selber Kuchen, bin aber meist nicht zufrieden mit dem Resultat. Zwar gelingen mir die Kuchen, was ihren Geschmack betrifft, gut. Oft sind sie mir aber nicht luftig genug oder aber der Teig ist nicht gleichmässig durchgebacken. Was mache ich wohl falsch? Was raten Sie mir?

Monika Neidhart*
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Warum Ihnen der Kuchen nicht gelingt, kann ich aus der Distanz nicht genau sagen. Mit den folgenden Tipps hoffe ich, dass Sie weiterhin am Backen Freude haben und Sie das Backresultat überzeugen wird.

Monika Neidhart

Monika Neidhart

Luzerner Zeitung

Backen lässt nur wenig Spielraum für Improvisation. Das Verhältnis der Zutaten muss stimmen. Idealerweise nehmen Sie Butter, Eier und andere Zutaten vorgängig aus dem Kühlschrank. Haben alle Zutaten die gleiche Temperatur, entsteht beim Rühren ein homogenerer Teig. Wiegen Sie zuerst die Zutaten genau ab, richten Sie den Arbeitsplatz ein. Bevor Sie mit dem Rühren beginnen, bereiten Sie die Backform vor und heizen Sie den Backofen entsprechend ein. So muss der fertig gerührte Teig nicht noch lange herumstehen. Das Backpulver beginnt zu reagieren, sobald es mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt.

Stellen Sie den Kuchen nach der Reihenfolge im Rezept her. Verwenden Sie weiche Butter, das Endprodukt wird entsprechend luftiger. Ei ist nicht gleich Ei. Ob ein grösseres oder kleineres Ei beim Kuchenbacken verwendet wird, kann entscheidend für das Gelingen sein. Normalerweise sind unsere Rezepte mit Eiern berechnet, die mit der Schale 55-60 g wiegen. Kauft man sie im Laden, ist die Grösse des Eis angegeben: Grosse wiegen 63 g und mehr, normale 53g und mehr und kleine ab 45 g. Offen eingekaufte Eier wiegen, um die Grösse zu kennen. Zu grosse Eier können den Kuchen zum Einfallen bringen, weil der Teig vor dem Backen zu feucht war.

Backzeit ist nur Richtwert

Damit der Kuchen die richtige Konsistenz hat, empfiehlt sich bei einem Rührteig die sogenannte Kellenprobe vor dem Einfüllen in die vorbereitete Form: Der Teig soll schwer reissend von der Kelle fallen. Fliesst er zu stark, mischen Sie noch etwas Mehl (oder je nach Rezept auch gemahlene Nüsse) darunter. Klebt der Teig zu stark an der Kelle, fügen Sie noch etwas Flüssigkeit wie Milch bei.

Nach der Zugabe des Backpulvers den Kuchen möglichst schnell in der unteren Ofenhälfte backen (zu hoch eingeschoben, wird die Oberfläche zu schnell braun). In der ersten Backhälfte den Backofen nicht öffnen. Backprobe mit einem dünnen Holzspiess oder einer Stricknadel machen (keine Messerspitzen). Dabei am höchsten Punkt bis an den Boden einstechen. Klebt noch Teig daran, Kuchen länger backen. Wird die obere Kante bereits zu dunkel, obwohl der Kuchen noch nicht fertig gebacken ist, die Bräunung durch das Abdecken mit einer Alufolie bremsen.

Die Angabe der Backzeit als Richtwert verstanden werden. Sie kann je nach Backofen und Backform (Material und Grösse) variieren. Den fertig gebackenen Kuchen in der Form auf ein Tortengitter stellen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Form lösen und auf dem Gitter restlos auskühlen lassen.

* Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH. www.textwerke.ch