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Ratgeber

Wie bekommen wir unsere schon grosse Hündin sauber?

Unsere mittlerweile dreijährige Hündin ist immer noch nicht stubenrein. Wir haben die Bayrische Gebirgsschweisshündin im Alter von anderthalb Jahren bekommen. Zuvor wurde sie sehr schlecht behandelt, weshalb sie sehr scheu ist. An uns hängt sie, aber sie zeigt nie an, wenn sie nach draussen müsste. Was tun?
Susi Paul*

Das Verhalten Ihres Hundes ist nicht nur für sie unangenehm, sondern auch für den Hund. Denn Hunde beschmutzen nicht ihr eigenes Revier, sie markieren es, und das sieht anders aus. Was Ihr Hund macht, spricht für grosse Unsicherheit und Angst.

Der Bayrische Gebirgsschweisshund hat als Jagdhund eine wichtige Aufgabe. Er muss angeschossenes, totes oder auch angefahrenes Wild suchen, das in den Wald geflohen ist: nicht nur Reh und Hirsch, sondern auch Wildschweine, was enormen Mut voraussetzt. Denn verletzte Wildschweine sind gefährlich.

Jagdhunde werden zur Jagd gezüchtet und bringen daher, je nach Einsatz, ein exklusives Können mit sich. Ein Grund, warum Jagdhunde in «Jägerhand» gehören. Das soll nicht heissen, dass sie nicht auch gute Familienhunde sein können. Aber sie tragen ihr Talent in sich.

Wir wissen nicht, wie der Hund aufgewachsen ist. Die Sozialisierungszeit ist mit 12 bis 16 Wochen abgeschlossen. Vielleicht ist der Hund mit anderen Hunden in einem Zwinger aufgewachsen, auf Betonboden oder Holzlamellen? Was hat er alles auf der Jagd erlebt während der ersten anderthalb Jahre? Durfte er im Haus leben oder kennt er das gar nicht? Wurde er zum Spazieren ausgeführt? Kennt er die Geräusche der Stadt?

Die Angst lindern

Auch wir Menschen suchen uns ein ruhiges, verstecktes Örtchen, wenn wir unterwegs einmal «müssen». Sind Sie nicht zu Hause oder schlafen Sie, hat der Hund «seine Ruhe», sich zu versäubern. In Anspannung und Hektik (so empfindet es der Hund), kann er sich nicht in Ruhe seinem ganz persönlichen «Geschäft» widmen. Schon gar nicht ausserhalb des Hauses, wo noch andere unterwegs sind, die er nicht kennt. In diesem Moment ist er nämlich auf sich selber konzentriert und damit auch sehr verletzlich.

Mit meinen etwas ausführlichen Erklärungen möchte ich Ihren Hund in Schutz nehmen. Ihn trifft keine Schuld. Aber natürlich konnten Sie das alles nicht wissen.

Was tun? Um den Lernprozess zu beschleunigen und mit Erfolg zu krönen, schlage ich vor, bei einem Verhaltensmediziner (www.stvv.ch) vorzusprechen, der Ihrem Hund neben Verhaltensmassnahmen auch ein Medikament (Psychopharmaka) verschreiben kann. Damit werden Unsicherheit und Angst gelindert, und der Hund kann sein Leben neu in den Griff bekommen.

Was Sie sofort tun können: In Nähe Ihres Hauses einen abgeschiedenen Ort suchen, wo der Hund sich versäubern kann. Immer am gleichen Ort. Schränken Sie die Wohnfläche ein, wenn der Hund alleine ist oder Sie schlafen. Vielleicht hilft anfänglich auch ein Kinderabsperrgitter, bis der Hund weiss, worum es geht. Gehen Sie immer ungefähr zur gleichen Zeit auf Hundespaziergang. Wählen Sie stets denselben Weg. Passiert trotzdem ein «Unglück», reinigen Sie emotionslos den Boden. Strafen bringt nichts, es erhöht nur die Angst des Hundes. Versäubert er sich im Freien, loben Sie ihn und geben Sie ihm eine Belohnung.

* Dr. med. vet. Susi Paul, Fachtierärztin für Verhaltens­medizin STVV

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