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Ratgeber

Welche Freiheiten dürfen sich Touristen rausnehmen?

Wir haben uns entschlossen, wieder mal im Süden Ferien zu machen. Wie weit müssen wir uns der fremden Kultur anpassen? Als Touristen erhalten wir bestimmt ein bisschen «Freiheit», was Umgangsformen anbelangt – wir gestatten den Gästen hier in der Schweiz ja auch einiges. Aber was gilt es unbedingt zu beachten?
Doris Pfyl*
Dors Pfyl. (Bild: PD)

Dors Pfyl. (Bild: PD)

Ob Sie geschäftlich oder privat unterwegs sind, eines sollten Sie auf keinen Fall zu Hause lassen: die guten Manieren!

Vielleicht verstehe ich Sie falsch, und Sie meinen mit «Freiheit» lediglich, dass Sie der täglichen Routine entfliehen möchten, indem Sie im Hotelzimmer ihr Outfit für einmal auf dem Stuhl liegen lassen, statt es unverzüglich in den Schrank zu hängen. Das ist in Ordnung, solange es nicht darum geht, Anstand und Manieren gänzlich über Bord zu werfen.

Wer sich rücksichtsvoll bewegt und sich zu benehmen weiss, ist überall ein gern ge­sehener Gast. Dies gilt ganz besonders bei Reisen ins Ausland. Denn dort ist man quasi ein Botschafter seines Heimatlandes. Viele Fehler, die von Touristen im Ausland begangen werden und zu Spannungen mit den Einheimischen führen, passieren nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unwissenheit. Mit einem bei uns alltäglichen Verhalten erregen wir unter Umständen im Ausland Anstoss.

Dass man sich in gelöster Ferienstimmung im fröhlichen Süden etwas entspannter gibt, ist zulässig – aber bitte immer mit Rücksichtnahme und Feingefühl. Ein Minimum an stilvollem Verhalten wird auch vom Touristen erwartet. Anstand und Res- pekt gebieten es, dass man sich als Gast den Landessitten anpasst beziehungsweise die herrschenden Regeln kennt, toleriert und auch einhält. Dies natürlich im Rahmen des gesunden Menschenverstandes – Umgangsformen, die für uns absolut nicht nachvollziehbar sind und total gegen unsere Mentalität gehen, dürfen weggelassen werden.

«Pflichtlektüre»

Das gründliche Vorinformieren über die am Zielort herrschenden Gepflogenheiten ist wichtig. Selbstverständlich kann und muss niemand sämtliche Sitten, Traditionen, Umgangsformen und Stilregeln eines Landes auf Anhieb beherrschen. Aber das Lesen eines guten Reiseführers/Auslandknigges ist zu empfehlen. Studieren Sie folgende Themen vor der Abreise gründlich:

— Wie begrüssen sich die Menschen? Nicht alle Nationen gehen so sparsam mit Berührungen um wie wir Nordeuropäer – oder aber noch viel sparsamer!

— Welche Gepflogenheiten gelten bezüglich des Essens (vor allem im Restaurant)? Gibt es Kleidervorschriften? In südlichen Ländern wird oft auch viel später gegessen als bei uns.

— Welche Kleidung ist angemessen? Bei Reisen in muslimische Länder beispielsweise muss schulter- und kniebedeckende Kleidung in den Koffer.

— Was sollten Sie unbedingt unterlassen? In Spanien etwa platzieren Sie besser keine Kritik am Stierkampf, in Italien ist Innenpolitik ein Tabuthema.

Übrigens empfehle ich, den Feriengästen in unserem Land ebenfalls möglichst höflich und rücksichtsvoll zu begegnen. Beim Flanieren über die Zürcher Quaibrücke biete ich den dort fotografierenden Touristen gerne an, sie abzulichten. Meistens wird das Angebot freudig angenommen. Ich bin überzeugt, dass diese Personen nach der Rückkehr in ihr Land begeistert erzählen werden, welch nette Menschen die Schweizer doch sind!

*Doris Pfyl, Knigge-Trainerin, Farb- und Modestilberaterin, Ausbildnerin des Schweizer Fachverbands FSFM, www.imagemodestil.ch

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