Ratgeber

Warum benagt unser Welpe alles und jeden?

Wir haben einen Labrador-Welpen gekauft. Er macht uns sehr viel Freude, aber auch etwas Sorge: Der süsse Kerl beisst in alles rein und kaut darauf herum! Schuhe, Möbel, unsere Kleider, aber auch Arme und Beine werden benagt und zerbissen. Müssen wir befürchten, dass aus unserem Hund ein beisswütiges Tier wird?

Susi Paul*
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Keine Angst, Ihr Hund wird nicht beisswütig, sondern wechselt die Zähne. Hunde wechseln ihr Milchgebiss im Alter zwischen vier und sechs Monaten. Die Milchzähne fallen aus, neue Zähne stossen nach. Dies kann schmerzen oder unangenehm sein. Trotzdem muss der Hund in dieser Zeit auch seine Beisshemmung üben. Junge Hunde, die miteinander spielen, haben ganz klare Regeln, die eingehalten werden. Wenn einer aufschreit, muss der andere sofort loslassen. Gleichzeitig hält sich der «Gebissene» ganz still, sodass der andere loslässt.

Das ist eine Spielregel, an die sich Welpen schon früh halten müssen. Dieses Verhalten wird ihnen von der Mutter beigebracht. Werden nämlich Muttertiere zu fest angegangen, werden die Welpen barsch zurechtgewiesen. Und wird einer von einem Geschwister gepiesackt, beendet die Mutter das «Kampfspiel» abrupt.

Labradormütter sind aber oft zu wenig streng. Dafür sind erwachsene Labradore meistens die Liebenswürdigkeit an sich. Nicht ohne Grund werden sie als Blindenführhunde, Sozialhunde, Therapiehunde … eingesetzt. Keine andere Rasse ist in diesen «Berufen» so stark vertreten.

Jetzt ist es an Ihnen, Ihrem Hund eine gute Beisshemmung beizubringen. Und zwar sofort! Folgendes ist zu tun: Sie dürfen nie mehr mit den blossen Händen mit ihm spielen, sondern nur noch mit einem Gegenstand (grosser Kong, Knotenschnur …) Spüren Sie beim Spiel nur schon ein bisschen seine Zähne, schreien Sie laut auf und verhalten sich sofort ganz reglos. Lässt der Hund los und ist erstaunt über Ihre Reaktion (er will Ihnen nicht weh tun), bekommt er eine zweite Chance, und Sie spielen weiter. Falls er wieder grob wird, wird das Spiel beendet, Sie gehen weg. Je nach Temperament des Tieres sollte man «Zerrspiele» sogar ganz weg­lassen und das Spielzeug eher verstecken (kann gut in der Wohnung sein). Die Devise ist: keine Fehler einüben, sondern eine Alternative anbieten – eben etwa Gegenstand verstecken.

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Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. Email: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an. 

Aber da Kauen zum Zahnwechsel gehört, müssen wir dem Hund auch Möglichkeiten dazu geben. Übrigens ist das Kauen nicht nur da, um etwas zu zerkleinern, sondern es ist auch selbstberuhigend (gerade bei überschwänglichem Temperament). Sie können das auch bei Pferden sehen (öfter bei Fohlen), aber auch beim Menschen: Hat dieser in stressiger Situation einen Kaugummi im Mund, wird wild darauf rumgekaut!

Mit Nagen beschäftigen

Also kaufen Sie Ihrem Labrador einen riesigen Knochen (Pet-Shop), den er nur langsam und wenig zerkleinern kann. Dieses Teil darf er zweimal täglich je zirka eine halbe Stunde bearbeiten. Oder Sie füllen ihm einen Kong mit Weichfutter und gefrieren dies ein (wie ein Glacé). Damit ist er dann längere Zeit beschäftigt, sodass er nicht mehr ständig die ganze Umwelt benagen muss.

Halten Sie den Hund auch mehrmals täglich an, sich auf sein Bettchen zu begeben und dort zu bleiben, um «runterzufahren». Achten Sie darauf, dass sein Liegeplatz an «geschützter» Stelle ist und nicht mitten im Raum, wo er alles überblicken und mitbekommen kann. Lange (dem Alter angepasste) ruhige Spaziergänge helfen auch, runterzufahren. «Gross werden» ist sowohl physisch wie psychisch sehr anstrengend und eine riesige Leistung!

* Dr. med. vet. Susi Paul, Meggen Fachtierärztin für Verhaltensmedizin STVV

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