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Ratgeber

Voranschlag: Muss ich die höheren Kosten bezahlen?

Ich habe aufgrund eines Kostenvoranschlags eine Neugestaltung des Zufahrtswegs machen lassen. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, das Ergebnis ist gut. Doch der Gartenbauer präsentierte mir eine Rechnung, die rund 25 Prozent höher ist als vorgesehen. Muss ich diese Mehrkosten tatsächlich zahlen?
Hugo Berchtold*
Hugo Berchtold.

Hugo Berchtold.

An sich ist eine Offerte für beide Seiten verbindlich. In der Praxis kommt es aber immer wieder zu Streitigkeiten, auch, weil es verschiedene Arten von Offerten gibt.

Stellt der Handwerker während der Arbeiten fest, dass der veranschlagte Preis zu tief angesetzt war, muss er sofort mit dem Auftraggeber Kontakt aufnehmen. Arbeitet er einfach weiter, so ist der Auftraggeber später nicht verpflichtet, die hohe Rechnung zu bezahlen. Eine Ausnahme besteht allerdings: «Falls jedoch ausserordentliche Umstände, die nicht vorausgesehen werden konnten oder die nach den von beiden Beteiligten angenommenen Voraussetzungen ausgeschlossen waren, die Fertigstellung hindern oder übermässig erschweren, so kann der Richter nach seinem Ermessen eine Erhöhung des Preises oder die Auflösung des Vertrages bewilligen» (Art. 372 OR).

Der Nachteil eines solchen Fix- oder Pauschalpreises liegt darin, dass der Kunde die volle Rechnung auch dann bezahlen muss, wenn der Handwerker weniger Arbeit hatte.

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Abweichungen möglich

Handelt es sich jedoch um einen ungefähr berechneten Kostenvoranschlag, muss sich der Auftraggeber – je nach Branche – nach einer verbreiteten Faustregel eine Abweichung von 10 bis 15 Prozent gefallen lassen. Weiter kann die Offerte einen Vermerk wie «gemäss Aufwand» oder «nach Regie» enthalten. Dadurch wird die Offerte als unverbindlich gekennzeichnet, und der Handwerker kann seinen tatsächlichen Aufwand verrechnen.

Stellt der Handwerker während der Arbeiten fest, dass der veranschlagte Preis deutlich zu tief angesetzt war, muss er sofort mit dem Auftraggeber Kontakt aufnehmen. Arbeitet er einfach weiter, so ist der Auftraggeber später nicht verpflichtet, die hohe Rechnung zu bezahlen.

Nicht immer gratis

Es ist also sehr empfehlenswert, vor der Vergabe von Arbeiten wenn möglich mehrere schriftliche Offerten einzuholen. Doch aufgepasst: Nicht immer ist eine Offerte gratis. So sind im Autogewerbe oder bei Zahnärzten Offerten oft kostenpflichtig. Der Preis hängt in der Regel vom damit verbundenen Aufwand ab. Allerdings muss der Garagist oder der Kieferchirurg seinen Kunden oder Patienten darüber informieren, dass und wie viel eine schriftliche Offerte kostet. Verletzt ein Anbieter diese Informationspflicht, kann der Kunde die Bezahlung verweigern. In vielen Geschäften ist es zudem üblich, dass die Kosten für die Offerte erlassen werden, wenn der Kunde mit den Konditionen einverstanden ist und den Auftrag abschliesst.

*Hugo Berchtold, Redaktor Ratgeber

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