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Tochter isst kein Fleisch – worauf muss sie achten?

Meine Tochter lässt seit neuestem das Fleisch weg – sie habe keine Lust darauf. Ich habe Bedenken, dass Gemüse und Teigwaren/Pommes, die auf dem Teller verbleiben, zu wenig Nährstoffe liefern. Ist dem so?

Monika Neidhart*
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Monika Neidhart

Monika Neidhart

Damit eine Hauptmahlzeit (Frühstück, Mittag- oder Abendessen) ausgewogen ist, schlägt das Tellermodell der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) vor, dass zwei Fünftel des Tellers aus einer oder mehreren Gemüsesorten roh und/oder gekocht bestehen. Die Gemüseportion kann auch als Suppe serviert oder durch eine Portion Früchte ersetzt oder ergänzt werden. Weitere zwei Fünftel bilden die stärkehaltigen Lebensmittel wie Kartoffeln, Getreideprodukte, Buchweizen oder Quinoa. Den letzten Fünftel besetzt ein proteinhaltiges (eiweissreiches) Lebensmittel. Einmal pro Tag kann das eine Portion Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Tofu, Quorn oder Seitan sein. Zu den anderen Hauptmahlzeiten wählt man für diesen Fünftel ein Milchprodukt wie Milch, Joghurt, Quark, Blanc battu, Hüttenkäse oder Käse. Dieses Mengenverhältnis ist nicht haargenau zu nehmen, da die Mengen von der Art der Lebensmittel, aus denen sich das Menü zusammensetzt, und den individuellen Bedürfnissen abhängen. Sie vermitteln aber eine Richtlinie, die für die meisten Erwachsenen Gültigkeit hat und hilft, dem Körper die nötigen Nährstoffe zuzufügen.

Lässt nun jemand das Fleisch weg, ist das kein Problem. Wie das Tellermodell zeigt, kann innerhalb der proteinhaltigen Gruppe abgewechselt werden. Der Körper braucht nicht in erster Linie Fleisch, er braucht auch nicht ein einzelnes Lebensmittel, etwa Kohlrabi oder Reis. Sondern er braucht die entsprechenden Nährstoffe, die die jeweilige der drei Gruppen liefert.

Es ist also nicht ratsam, eine der drei Gruppen gänzlich und ständig wegzulassen. Das kann auf Dauer die Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen.

Rein vegan problematisch

Ovo-Lacto-Vegetarier (Personen, die kein Fleisch/Fisch essen, jedoch Eier und Milch/-produkte) können sich nach dem Tellermodell also problemlos ausgewogen ernähren. Sie haben genügend Abwechslung. Schwieriger wird es bei Veganern, die ganz auf Nahrungsmittel tierischer Herkunft verzichten. Insbesondere die ausreichende Zufuhr der Vitamine B12 und B2, der Mineralstoffe Calcium, Eisen und Zink sowie der Omega3-Fettsäuren aus rein pflanzlichen Quellen ist schwierig zu bewerkstelligen. (Die Jod- und Vitamin- D-Zufuhr sind selbst bei Allesessern meist unbefriedigend!) Oft kommen Veganer nicht darum herum, in Absprache mit dem Arzt die Vitamine B12 und D als Supplemente einzunehmen.

Die Frage nach dem Eiweiss

Erhält der Körper ohne Fleisch genügend Eiweiss? Pflanzliche Eiweisse besitzen zwar eine geringere Konzentration an unentbehrlichen Aminosäuren (Bausteine des Eiweisses), doch eine Kombination verschiedener Lebensmittel kann die biologische Wertigkeit verbessern. Milch mit Getreide (im Birchermüesli), Kartoffeln mit Ei (Rösti mit Spiegelei), Hülsenfrüchte mit Getreide (Falafel), Getreide mit Nüssen (Nussbrot) sind Beispiele dafür. Vor allem Hülsenfrüchte wie Soja (Tofu, Tempeh ...), Erbsen, Bohnen, Kichererbsen und Linsen sind reich an hochwertigem Protein. Sie lassen sich vielfältig in eine Hauptmahlzeit integrieren (im Eintopf, als Beilage, im Salat, als Suppe, im Gemüsecurry ...). Die Kombination Pommes frites und Gemüse oder ein Salat aus verschiedenem Gemüse können die nötige Eiweisszufuhr indes alleine nicht sichern.

*Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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