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Ratgeber

Tiefer Blutdruck – ist das überhaupt ein Problem?

Ich (w, 61) messe zu Hause regelmässig meinen Blutdruck. Dabei ist der Wert etwas meistens etwas niedrig oder sehr niedrig bei 105/60 mmHg. Eigentlich fühle ich mich gut, aber muss ich mir Sorgen machen?
PD Dr. med. Georg Fröhlich*

Zunächst: Einen tiefen Blutdruck muss man in den meisten Fällen nicht behandeln, wenn die betroffene Person normal leistungsfähig ist und auch keine anderen Symptome zeigt. Eine Abklärung drängt sich bei Schwindel auf oder wirklich extrem tiefen Blutdruckwerten, wobei es keinen Grenzwert gibt.

PD Dr. med. Georg Fröhlich

PD Dr. med. Georg Fröhlich

Selten kann ein tiefer Blutdruck aber schon auch auf ernste Erkrankungen hinweisen. Dazu gehören Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Blutarmut (Anämie), Hormonstörungen oder Infektionen mit Fieber. Es empfiehlt sich auf jedem Fall, dass Sie sich auch von Ihrem Hausarzt beraten lassen, denn er kennt Sie am besten und kann die Werte auch einordnen.

Zum Thema allgemein: Ein idealer Blutdruck liegt bei 120/80 mm Hg. Der erste Wert (120) wird dabei als systolischer Blutdruck bezeichnet. Er entsteht vor allem durch die Pumpleistung des Herzens. Dieser Wert hängt mit der Kraft zusammen, mit der das Blut aus dem Herzen in die Hauptschlagader ausgeworfen wird.

Der zweite Wert (80) ist der diastolischer Blutdruck. Er ist assoziiert mit der Entspannungsphase des Herzens. Er steigt auch an, wenn sich die Blutgefässe im Körper (etwa in den Beinen) zusammenziehen.

Die Blutdruckregulation ist sehr komplex und wird ständig neu adaptiert. Deshalb kann das Blutdruckmessgerät innerhalb weniger Minuten sehr unterschiedliche Werte zeigen.

Bei älteren Menschen werden die Blutgefässe zunehmend «steifer», der Blutdruck steigt tendenziell an. Eine Reihe von Hormonen (u.a. Schilddrüse, Nebenniere), aber auch die Nierenfunktion, Rauchen, Übergewicht, Diabetes genetische und anderes mehr sind weitere Einflussgrössen.

Neigung zu Schwindel und Ohnmacht

Bei einem raschen Wechsel vom Liegen ins Stehen zieht die Schwerkraft das Blut in die Beine. Bei älteren Menschen braucht der Körper etwas länger, um hier gegenzusteuern. Deshalb sollte schnelles Aufstehen vermieden werden, um einem Blutdruckabfall mit Schwindel, Blutleere im Kopf und dadurch einem Sturz vorzubeugen.

Zierliche junge Frauen, aber auch grosse schlanke Männer haben recht häufig konstitutionell einen recht tiefen Blutdruck, teils unter 100 mm Hg systolisch. Das ist zwar durchaus normal, diese Menschen sind aber teils etwas anfälliger für Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Auslöser für einen Kollaps können zum Beispiel langes Stehen, zu wenig Flüssigkeitszufuhr an einem heissen Tag, stickige Luft in einem engen Raum bei grosser Menschenmenge (etwa an einem Rockkonzert) sein. Diese Patienten beschreiben dann ein Hitzegefühl, welches aus dem Magen aufsteigt, sie beginnen zu schwitzen, verspüren starken Schwindel und kollabieren unter Umständen (Fachbegriff: vasovagale Synkope).

Diese Patienten müssen auf eine ausreichende Trinkmenge achten und bei Anzeichen von Schwindel versuchen, sich hinzusetzen oder noch besser die Beine hochlzuagern. Auch Stützstrümpfe können helfen, da sie das Versacken des Blutes in den Beinen verhindern. Ausdauer- und auch Kraftsport optimieren hier sehr gut die Blutdruckregulation.

Die oben beschriebenen Phänomene können durch ein angepasstes Verhalten gut unter Kontrolle gehalten werden.

* PD Dr. med. Georg Fröhlich ist Kardiologe, Hirslanden-Gruppe.

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