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Ratgeber

Soll ich meine X-Beine wirklich operieren lassen?

Ich (m, 41) musste bereits als Kind wegen leichter X-Beine Schuheinlagen tragen. Seit etwa zwei Jahren habe ich Knieschmerzen, die allmählich kaum mehr auszuhalten sind. Mein Orthopäde rät mir nun zu einer Operation. Ich bin verunsichert, denn von einer X-Bein-Operation habe ich noch nie etwas gehört. Was raten Sie?
Dr. med. Alexander Strehl
Dr. med. Alexander Strehl, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, www.hirslanden.ch (Bild: PD)

Dr. med. Alexander Strehl, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, www.hirslanden.ch (Bild: PD)

Als Lastachse oder Tragachse bezeichnet man die Achse, die vom Mittelpunkt des Hüftgelenks bis zum Mittelpunkt des Sprunggelenks geht. Sie verläuft normalerweise mittig durch das Kniegelenk. Dann werden die Aussen- und Innenseite des Gelenks gleichmässig belastet, und die Lastverteilung ist ausgeglichen.

Bei einer Achsfehlstellung der Beine, also bei O- oder X-Beinen, ist die Lastverteilung im Kniegelenk hingegen ungleichmässig. Beim X-Bein wird die Aussenseite des Kniegelenks überbelastet, beim O-Bein die Innenseite. Dies kann zu frühzeitigen Abnutzungserscheinungen des überlasteten Gelenkanteils führen, was wiederum Schmerzen auslösen kann. Häufig sind hierbei Knorpel- und Meniskusschäden. Durch die einseitige Abnutzung des Gelenks verstärkt sich die Fehlstellung im Verlauf noch, was wiederum die Abnutzung beschleunigt.

Einlagen können nur lindern

Beim Erwachsenen kann man daran rein konservativ – das heisst ohne Operation – nichts mehr korrigieren. Bei leichten Beschwerden oder auch, wenn keine Operation durchgeführt werden kann, können Einlagen die Schmerzen eventuell lindern. An der Ursache der Beschwerden ändern diese Massnahmen jedoch nichts.

Um den Gelenkverschleiss und die Schmerzen aufzuhalten und vor allem das natürliche Gelenk zu erhalten, kann die Beinachse operativ korrigiert werden. Dadurch wird der durch die Überbelastung geschädigte Gelenkanteil wieder entlastet.

Ein solcher Eingriff muss sorgfältig geplant werden, da eine zu geringe Korrektur oder eine Überkorrektur langfristig keine guten Ergebnisse bringt.

Die Korrektur erfolgt meist kniegelenksnahe am Ober- oder Unterschenkel, je nachdem, wo die grössere Deformität vorliegt. Bei Bedarf können während dieser Operation weitere kleinere Eingriffe (zum Beispiel Entfernung von geschädigten Meniskusanteilen) durchgeführt werden. Für die Korrektur ist ein Spitalaufenthalt von drei bis fünf Tagen nötig, die Kosten trägt die Krankenkasse.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber, Luzerner Zeitung, Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch Bitte Anfragen mit Abopass-Nummer.

Nicht zu spät handeln

Die gelenkerhaltende Chirurgie sollte frühzeitig durchgeführt werden, da bei zu weit fortgeschrittenem Verschleiss eventuell nur noch eine Prothese in Frage kommt. Dies wäre mit 41 Jahren jedoch keine ideale Versorgung. Die Mechanik des «eigenen» Gelenks ist immer die beste, und eine Prothese hält auch nicht unbegrenzt. Dann stehen eventuell weitere Operationen an.

Für exakte Empfehlungen aufgrund Ihrer Frage würde ich die Befunde Ihres Kniegelenks benötigen. Da ich diese nicht zur Verfügung habe, muss ich mich etwas allgemein halten.

Wenn Ihr Gelenk noch in einem ausreichend guten Zustand ist, würde ich Ihnen zu einer korrigierenden Operation mit Erhalt Ihres natürlichen Kniegelenks raten. Eventuell wird trotzdem im späteren Verlauf eine Prothesenversorgung notwendig, aber man kann zumindest einige Jahre «gewinnen» bis dahin.

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