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Schlüssel gestohlen: Muss ich für Kosten aufkommen?

Ich wohne in einer Siedlung mit drei Mehrfamilienhäusern. Nachdem mir das Portemonnaie inklusive Haus- und Wohnungsschlüssel im Bahnhof gestohlen wurde, verlangt die Verwaltung, dass ich auch noch den Ersatz aller anderen Zylinder/Schlüssel übernehme, weil alle Bewohner mit dem Schlüssel Zugang zu allen Eingängen und Garagen haben.
Hannes Lehmann*
Hannes Lehmann.

Hannes Lehmann.

Zu den vertraglichen Pflichten des Mieters gehört unter anderem die Rückgabe sämtlicher Schlüssel, die ihm bei Miet­antritt überlassen wurden. Die genaue Anzahl wird dabei meist bei der Wohnungsübergabe im Übergabeprotokoll festgehalten. Verliert der Mieter einen Schlüssel, oder wird dieser gestohlen und kann er diesen nicht mehr zurückgeben, liegt eine Vertragsverletzung vor und der Mieter wird den Schlüssel grundsätzlich ersetzen müssen.

Verschulden vorausgesetzt

Im Falle eines Diebstahls muss ein Schadenersatz jedoch nur geleistet werden, wenn ein Verschulden des Mieters vorliegt. Das heisst, ihm steht die Möglichkeit offen, sich mit einem Beweis zu entlasten. Konkret muss der Mieter beweisen, dass ihm der Schlüssel nicht aufgrund Fahrlässigkeit, wie etwa mangelnder Vorsicht, sondern ohne jegliches Verschulden gestohlen wurde. Sollte dies nicht möglich sein, ist unbestritten, dass der Mieter den Schlüssel zu ersetzen hat.

Ob zudem auch noch der Schlosszylinder ausgewechselt werden muss, beurteilt sich aufgrund der Missbrauchs­gefahr durch den Schlüsseldieb.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern, E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Wurde der Schlüssel zusammen mit Dokumenten gestohlen, die es dem Dieb ermöglichen, den Schlüssel Ihrem Wohnhaus zuzuordnen, liegt die Gefahr nahe, dass Unbefugte Zutritt zum Mietobjekt oder zu Gemeinschaftsräumen wie z. B. Veloraum, Waschküche, Hobbyräumen, Einstellhalle, Keller etc. haben. Falls sich Ausweise mit ihrem Namen und/oder Ihrer Adresse in Ihrem Portemonnaie befanden, ist der Aus­tausch Ihres Zylinders gerechtfertigt.

Sicherheit gewährleisten

Da der Vermieter auch den anderen Mietern verpflichtet ist, die Sicherheit der Schliessanlage zu gewährleisten, wird er in einem solchen Fall die ganze Schliessanlage austauschen wollen. Es liegt am Mieter zu beweisen, dass ein solcher Austausch unverhältnismässig und somit unnötig ist. Ein mögliches Argument wäre, dass es sich um unregistrierte Schlüssel (Kaba 8) handelt, welche problemlos kopiert werden könnten. In diesem Fall hätte der Vermieter keine sichere Übersicht über die Anzahl der vorhandenen Schlüssel. Auch die allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag, die Hausordnung sowie die Schliessgewohnheiten der Mieter können eine Grundlage bieten, um die Unverhältnismässigkeit zu begründen.

Zeitwert ersetzen

Sollten Sie dennoch zur Kasse gebeten werden, haben Sie nur den Zeitwert der zu ersetzenden Schlüssel und Zylinder zu bezahlen. Gemäss paritätischer Lebensdauertabelle des Schweizerischen Hauseigentümerverbands und Mieter/innenverbands Deutschschweiz beträgt die Lebensdauer für gemeinschaftliche Schliessanlagen (Zylinder und Schlüssel) 20 Jahre. Ist die Schliessanlage 15 Jahre alt, muss der Mieter 5/20 der Kosten übernehmen. Der Vermieter hat die übrigen 15/20 zu tragen.

*BLaw Hannes Lehmann ist Rechtsberater des Mieterinnen- und Mieterverbands Luzern, Nid-, Obwalden, Uri. Mehr Infos: www.mietverband.ch

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