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Ratgeber

Schlafen bei laufendem TV und Radio – ein Problem?

Ich (m, 62) schlafe regelmässig vor dem Fernseher ein und gehe erst beim Wiedererwachen ins Bett. Und am Morgen schlafe ich manchmal weiter, während der Radiowecker noch läuft. Eigentlich fühle ich mich am Morgen ausgeruht. Hat die TV/Radio-Berieselung im Schlaf auf Dauer trotzdem negative Auswirkungen?
Ute Bahner*

Fernsehen kann ein wunder­bares Einschlafmittel sein. Viele kennen den beruhigenden Effekt des Fernsehens am Feierabend. Tagsüber laufen wir auf Hochtouren, sind gefordert und in Daueranspannung.

Am Abend dürfen wir uns endlich entspannen. Keiner erwartet mehr etwas von uns. Wenn überhaupt, stehen wir uns nur noch selbst im Weg.

Auf dem Sofa fällt man in Schlafmodus

Fernsehen kann helfen, Distanz zu den eigenen Gedanken, Ansprüchen und Sorgen zu schaffen. Da wir dabei normalerweise ruhig auf dem Sofa sitzen oder manchmal auch liegen, entspannen sich auch die Muskeln. Mentale und physische Ruhe sind die besten Voraussetzungen für den Körper, in den Schlafmodus um­zuschalten.

Wenn wir vor dem Fernseher einschlafen, ohne es zu wollen, kann es allerdings dazu führen, dass nach dem Aufwachen auf dem Sofa das Wiedereinschlafen im Bett erschwert ist. Das Schlafen vor dem Schlafen bzw. vor dem eigentlichen Zubett­gehen verringert den Schlafdruck, den wir tagsüber aufgebaut haben. Ist der Schlafdruck nicht ausreichend gross, schlafen wir nur verzögert ein, und es können längere nächtliche Wachphasen entstehen, welche die Schlafzeit letztlich verkürzen.

Ein laufender Fernseher kann überdies als Licht- und Schallquelle ein Störfaktor sein und dadurch die Schlafqualität beeinträchtigen. Ausserdem kann ungewolltes Einschlafen vor dem Fernsehen ein Zeichen für eine verminderte Schlaf­qualität durch zum Beispiel nächtliche Atemaussetzer (Schlaf­apnoe-Syndrom) sein. Regelmässiges ungewolltes Ein­schlafen ausserhalb der Bettzeit sollte deshalb abgeklärt werden.

Suchen Sie Rat?

Schreiben Sie an: Ratgeber «Luzerner Zeitung», Maihofstrasse 76, 6002 Luzern. E-Mail: ratgeber@luzernerzeitung.ch. Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage Ihre Abopass-Nummer an.

Auch Handys, Tablets und Laptops können stören

Vorsicht ist zudem bei Handys, Tablets und Laptops geboten, die ebenfalls zum Fernseh- und Filmschauen genutzt werden. Der höhere Blaulichtanteil kann die Ausschüttung von Melatonin unterdrücken und das Einschlafen verzögern. Dies kann die Gesamtschlafzeit reduzieren und Schlafmangel zur Folge haben, was sich unter anderem in Form von Tagesschläfrigkeit und einer eingeschränkten Tagesbefindlichkeit bemerkbar macht.

Am besten schlafen, bis der Wecker klingelt

Gegen das Radiohören am Morgen im Schlaf ist an sich nichts einzuwenden. Aus schlafhygienischen Überlegungen heraus ist es aber trotzdem zu empfehlen, erst nach dem Aufstehen Radio zu hören und die Zeit bis zum Klingeln des Weckers tatsächlich zum Schlafen zu nutzen. So gewinnen Sie wertvolle Schlafzeit.

Leidet der Schläfer oder die Schläferin unter ungewolltem Früherwachen, gibt es wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten. Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnien (Ein- und Durchschlafstörungen) können ambulant oder bei chronischem Verlauf stationär angegangen werden.

*Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin und Somnologin, Seeklinik Brunnen, www.seeklinik-brunnen.ch

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