Ratgeber

Säule 3a: Einzahlung als Selbstständiger und Angestellter?

Ich, 45, bin seit 15 Jahren selbstständig und habe regelmässig den Maximalbetrag von 20 Prozent meines Nettoeinkommens von 12 000 Franken in die Säule 3a einbezahlt. Seit August 2019 bin ich neben meiner selbstständigen Tätigkeit mit einem Pensum von 60 Prozent angestellt. Wie viel kann ich nun in die Säule 3a einzahlen?

Livia Baumann*
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Alle Personen, die in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielen, dürfen in die gebundene Säule 3a einzahlen. Wie Sie richtig feststellen, unterscheidet man bei der Säule 3a zwischen Personen, die keiner Vorsorgeeinrichtung angehören (in der Regel Selbstständigerwerbende) und Personen, die Beiträge an eine Pen­sionskasse bezahlen. Die einbezahlten gesetzlichen Maximalbeträge können voll­umfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Livia Baumann.

Livia Baumann.

Einzahlungen in die Säule 3a – und damit der Steuer­abzug – sind immer nur für die laufende Steuerperiode (das heisst für ein Kalenderjahr) massgebend. Durch die Aufnahme einer Tätigkeit im An­ge­stelltenverhältnis müssen Sie darum die vergangenen Einzahlungen nicht (nach-)versteuern. Bei einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ohne Anschluss an eine Pensionskasse können Sie im ge­genwärtigen Steuerjahr weiterhin 20 Prozent der Net­to­ein­künfte abziehen. Die gesamten Abzüge für die Säule 3a dürfen jedoch aktuell nicht mehr als 34 128 Franken pro Jahr betragen. Im Angestelltenverhältnis mit Anschluss an eine Pensionskasse können Sie aktuell maximal 6826 Franken einzahlen.

In den vergangenen Jahren haben Sie gemäss Ihren Angaben aus der Selbstständigkeit ein Nettoeinkommen von 120000 Franken erzielt und jeweils 24 000 Franken (20 Prozent) pro Jahr in die Säule 3a einbezahlt. Seit August 2019 stammen 60 Prozent Ihres Einkommens aus einem An­gestelltenverhältnis.

Das ergibt für Sie folgende Einkommensstruktur: Sieben Monate aus der vollen Selbstständigkeit (total ca. 70 000 Franken), fünf Monate aus der 40-Prozent-Selbstständigkeit (total ca. 20 000 Franken. In der Summe werden Sie also im 2019 rund 90 000 Franken aus Ihrer selbstständigen Tätig­keit verdienen. Hinzu kommt der Lohn aus fünf Monaten im 60-Prozent-Pensum als Angestellter.

Im aktuellen Steuerjahr dürfen Sie somit wie bisher 20 Prozent des Erwerbseinkommens aus Selbstständigkeit in die Säule 3a einbringen, konkret 18 000 Franken. Durch den Anschluss an die Pensionskasse ab August 2019 ist für Sie zusätzlich die Einzahlung von höchstens 6826 Franken möglich. Im laufenden Jahr können Sie damit total 24 826 Franken in die Säule 3a einzahlen. Dies ist allerdings nur für dieses Steuerjahr mög­lich.

Änderung für 2020

Bei gleichbleibendem Arbeitsverhältnis (angestellt mit An­schluss an eine Pensionskasse) dürfen Sie ab dem kommenden Kalenderjahr nur noch den definierten Maximalbetrag für Personen mit Pensionskasse von 6826 Franken einzahlen. Die Selbstständigkeit von 40 Prozent ist in Ihrem Fall ab dem Jahr 2020 für die Säule 3a nicht mehr relevant, da Sie einer Pensionskasse angeschlossen sind und damit bereits Sparbeiträge leisten.

* Livia Baumann, Stv. Geschäftsführerin Vorsorgestiftung Sparen 3.