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Ratgeber

Pensionskasse: Was bringt mir die individuelle Vorsorgelösung?

Ich (m, 45) arbeite im mittleren Kader eines KMU. Nun will mein Arbeitgeber eine individuelle Kadervorsorge einführen. Was bedeutet dies konkret für meine Vorsorge? Wo liegen die Vor- bzw. die Nachteile dieser individuellen Lösung?
Marco Lüthy*
Marco Lüthy. (Bild: PD)

Marco Lüthy. (Bild: PD)

Im Unterschied zur obligatorischen beruflichen Basisvorsorge erfolgt der Anlageentscheid bei solchen Kadervorsorgelösungen nicht durch den Stiftungsrat oder die Vorsorgekommission, sondern durch die versicherte Person selbst. Jeder Mitarbeiter kann seine Anlagestrategie auf seinen persönlichen Anlage­horizont und seine persönliche Risikofähigkeit individuell abstimmen.

Der Arbeitgeber überträgt somit die Verantwortung der Anlage auf die versicherten Personen. Die Möglichkeit der selbst definierten Vermögens­anlage gilt jedoch nur auf Spar­beiträge, die auf Lohnanteilen über 126 900 Franken pro Jahr gebildet werden. Solche Lösungen werden in der Umfangssprache 1e-Lösungen genannt.

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Email: ratgeber@luzernerzeitung.ch
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Diese Kaderstiftungen können den Versicherten bis maximal zehn Anlagestrategien anbieten. Eine Strategie muss zum Schutz der versicherten Person risikoarm sein.

Konkret heisst dies in Ihrem Fall, dass Sie nach eigenen Bedürfnissen und eigener Risi­kofähigkeit über die Anlage Ihres Vorsorgekapitals entscheiden. Sie partizipieren folglich direkt am Anlageerfolg, verzichten jedoch im Gegenzug auf eine garantierte Mindestverzinsung. Die Chancen auf Mehr­erträge steigen, jedoch tragen Sie auch das Verlustrisiko. Im Pensionierungszeitpunkt oder bei einem Jobwechsel wird Ihnen der aktuelle Wert Ihres Vorsorgedepots übertragen. Dies könnte sich in einem nega­tiven Börsenumfeld nachteilig für Sie auswirken.

Hohe Flexibilität

Die meisten Anbieter verfügen bereits über ein Online-Tool, wo Sie jederzeit Ihr aktuelles Vorsorgedepot, die Entwicklung und die Renditen abrufen können. Strategieänderungen sind ebenfalls möglich.

Die hohe Flexibilität macht die 1e-Vorsorgepläne attraktiv. Sie können die Anlagestrategie mehrfach wechseln und den aktuellen Lebensumständen anpassen. Wenn Sie beispielsweise kurz vor der Pensionierung stehen, lohnt sich allenfalls ein Wechsel in eine risikoärmere Anlagestrategie. Neben den ordentlichen Sparbeiträgen, die durch den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber bezahlt werden, sind analog der Basisvorsorge auch Pensionskassen­einkäufe möglich, sofern eine Vorsorgelücke besteht. Diese Einlage verbessert einerseits Ihre Altersvorsorge und reduziert andererseits Ihre Steuern. Die Pensionskasseneinkäufe werden ebenfalls in die von Ihnen gewählte Anlagestrategie investiert.

Ein 1e-Plan kann eine sinn­volle Ergänzung zur bestehenden Basisvorsorge sein. Einen grossen Teil Ihres Vermögens sparen Sie in der zweiten Säule an. Sie können mehr Einfluss auf die Anlagen nehmen, und gleichzeitig ist Ihr Gesamtvermögen besser diversifiziert. Mehr Ein­fluss erfordert auf der Gegen­seite jedoch auch erhöhte Kom­plexität und besseres Verständnis für Anlagen. Für Ihren Arbeitgeber ist eine 1e-Kadervorsorge interessant, weil er kein Risiko mehr trägt, bei un­ge­nügender Rendite eine allfällige Sanierung mitfinan­zieren zu müssen.

Marco Lüthy ist Seniorberater bei Weibel, Hess & Partner, Stans, www.whp.ch

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