Ratgeber

Ohne Fritteuse Berliner selber machen – geht das?

Auf die Fasnacht hin würde ich gerne mal versuchen, selber Berliner zu backen, habe aber keine Fritteuse. Geht das trotzdem? Wie muss ich vorgehen? Und haben Sie mir ein einfaches Rezept?

Monika Neidhart*
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Monika Neidhart

Monika Neidhart

Der Berliner ist eines der beliebtesten Fasnachtsgebäcke. Je nach Region und Land heissen die faustgrossen Hefeteigkugeln unterschiedlich, etwa Kräppel (Hessen), Küchli (Schwaben), Bachenemais (Salzburg), Krapfen (Linz), Boules de l’Yser (Belgien). Und in Berlin? Pfannkuchen! Wann und wo der erste Berliner gebacken wurde, ist unbekannt. Um 1690 füllte die Wiener Zuckerbäckerin Cäcilie Krapf ihre beliebten Cillikugeln zur Fasnachtszeit mit einer Früchtemasse. Mitte des 18. Jh. sollte ein Zuckerbäcker dem preussischen König als Kanonier dienen. Er war untauglich, blieb aber als Feldbäcker beim Heer. Er formte Kanonenkugeln aus Hefeteig und buk sie in einem Kessel im heissen Fett.

Berliner gibt es mit verschiedenen Konfitüren oder Schokolade gefüllt, überzogen mit Marzipan, Zuckerguss, Puderzucker oder sogar Schokolade. In Linz, wo die grösste Bäckerei allein am Fasnachtsdienstag über 40000 Krapfen verkauft, sind sie mit Aprikosenkonfi gefüllt und mit sehr fein gemahlenem Zucker umhüllt. Östliche Länder bevorzugen Pflaumenmus, Franken und Schwaben dagegen Hagebuttenmark.

Um selber Berliner herzustellen, braucht es etwas Zeit. Hefeteig zubereiten: 300 g Mehl, ½ TL Salz, 4 EL Zucker, 1 TL Vanillezucker mischen. 50 g weiche Butter in Flocken beigeben. 1 dl Milch und ca. 15 g Hefe mischen, 1 Ei beigeben. Alles mit der Mehlmischung zu einem weichen Teig kneten. Zugedeckt ums Doppelte aufgehen lassen. Teig in 8 Portionen teilen, je eine Kugel formen, auf ein mit Mehl bestäubtes Tuch legen, zudecken und nochmals 30 Min. aufgehen lassen. Dann bei 170 °C portionenweise auf beiden Seiten je 3–4 Min. frittieren, auf Papier abtropfen lassen.

Füllen: Konfi mit einem Spritzsack mit dünner Spritztülle in die ausgebackenen Berliner füllen. Varianten: Den Teig 6– 7 mm dick auswallen, Rondellen ausstechen (z. B. mit Trinkglas). Die Hälfte mit Eiweiss bestreichen, je 1 TL Konfi in die Mitte geben, mit einer zweiten Rondelle bedecken, Ränder gut verschliessen. Aufgehen lassen und frittieren wie oben. Oder Berliner nach dem Backen quer halbieren und füllen.

Nach Belieben in Zucker wenden, tagesfrisch geniessen.

Frittieren: Entscheidend ist das Öl/Fett. Es muss hitzebeständig sein. Geeignet sind Frittieröl, Holl-Rapsöl, Holl-Sonnenblumenöl oder ein Gemisch aus Rapsöl, Erdnussöl und Kokosfett. Mit einer Fritteuse ist das Frittieren keine Hexerei.

Auch ohne Fritteuse möglich

Es geht aber auch mit einem hohen Brattopf/Wok und einem Thermostat, ist dann aber anspruchsvoller. Hier ist es zwingend nötig, die Temperatur laufend zu kontrollieren. Fällt sie unter 160 °C, wird das Gebäck pampig und fettig, über 180 °C ist die Gefahr des Überhitzens gross – das Öl könnte sich selber entzünden. Ohne Fleischthermometer kann die Temperatur auch mit einem Holzstäbchen geprüft werden: Dieses ins Öl tauchen, bilden sich daran viele Bläschen, ist das Öl heiss genug.

Weitere Frittier-Hinweise: Vorsicht Brandgefahr! Öl nicht überhitzen, für den Notfall passenden Deckel und/oder Feuerdecke griffbereit halten. Rückstände aus dem Öl sofort entfernen, damit sie nicht verbrennen. Gebrauchtes Öl nie mit frischem mischen. Bei sorgfältigem Gebrauch kann das Öl 2- bis 3-mal verwendet werden. Altöl bei der Sammelstelle abgeben.

*Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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