Ratgeber

Mein Thai-Gericht geriet mir zu feurig. Was ändern?

Kürzlich wagte ich mich an die Zubereitung eines Thai-Gerichts. Beim Grossverteiler bekam ich alle Zutaten wie Thai Auberginen, Thai Bohnen, Limettenblätter, Ingwer, Currypaste, Chili. Schlussendlich geriet mir das Essen zu feurig. Kann das gesund sein? Wie schaffe ich Abhilfe, wenn das Essen in der Kehle brennt?

Herbert Huber*
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Chili ist in der Tat ein gehöriger Scharfmacher. Und die Meinungen über scharfes Essen gehen ziemlich diametral auseinander. Während die einen sagen, scharfes Essen sei für sie nicht verträglich und schade ihnen, kann es für andere nicht scharf genug sein. Scharfes Essen soll sogar eine aphrodisierende Wirkung haben.

 Herbert Huber

 Herbert Huber

Luzerner Zeitung

Sehr scharfe Speisen, vor allem aus der asiatischen Küche, sind für uns Europäer ungewohnt. Ein massvoller Genuss schädigt die Gesundheit aber nicht. Übermässiger Konsum von Chili könnte jedoch durchaus zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Schleimhautreizung oder Bluthochdruck führen. Wer scharfes Essen verträgt, darf es aber getrost weiter geniessen. Menschen mit empfindlichen Geschmacks- und Magennerven hingegen sollten nie zu stark würzen. Schliesslich geht es beim Essen ja nicht um eine «Mutprobe».

Bester Beweis, dass scharfes Essen gesund ist, sind die Menschen in den Ländern, wo traditionell sehr scharf gegessen wird. Was natürlich auch mit dem Klima zu tun hat. Es ist erwiesen, dass scharfes Essen die Durchblutung der Schleimhäute anregt, was sich wiederum auf die Geschmacksnerven auswirkt. Die Magensaftproduktion wird gefördert, die Verdauung wird beschleunigt.

Scharfmacher Capsaicin

Doch warum erleben wir bei scharfem Essen Schweissausbrüche? Dafür verantwortlich ist der Wirkstoff Capsaicin. Er erregt die Nerven in der Mundschleimhaut, die für die Wahrnehmung von Wärme- und Schmerzreizen verantwortlich sind. Capsaicin aktiviert zudem die Wärmerezeptoren im Körper, kurbelt die Durchblutung an und öffnet die Poren der Haut: Wir schwitzen.

Und was ist nun zu tun, wenn ein Gericht wirklich zu scharf geraten ist? Soll man das Feuer mit Wasser löschen? Total falsch! Denn das Capsaicin ist nicht wasserlöslich und kann somit nicht mit Wasser neutralisiert werden. Man kann indes die „Brandauswirkungen“ etwas lindern, indem man zu kühler Milch oder zu Joghurt und Quark greift. In Thailand reicht man (auf Verlangen) zur Linderung der Schärfe etwas Kokosfett und Palmöl. Fett löst die Schärfe und mildert die Schmerzempfindlichkeit.

Die Inder wiederum setzen auf trockenes Brot – sie reichen Fladenbrot und servieren joghurtähnliche Dips dazu. Auch eine Banane wirkt kühlend. Ein zu scharf geratenes Gericht kann mit Kokosmilch etwas entschärft werden – aber massvoll, damit die Sauce nicht allzu stark «verwässert» wird. Klüger ist es, von Anfang an mild zu würzen und nur sehr wenig Chili einzusetzen. Für die an scharfes Essen gewöhnten Gäste kann man frischen Chili, Sambal Oelek, Harissa oder Curry zum Selber Nachdosieren bereithalten.

* Herbert Huber ist Gastronom und diplomierter Hotelier sowie Autor des Buches «Geschichten und Gekochtes. Tanz mit der Gastronomie», erschienen im Werd-Verlag.