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Ratgeber

Lebensmittel möglichst umweltbewusst einkaufen

Mir ist es ein Anliegen, Nahrungsmittel möglichst umweltbewusst einzukaufen. Aber worauf zu achten ist, weiss ich schlecht. Das Vermeiden von Verpackungen sei entscheidend – stimmt das? Andere Aspekte?
Monika Neidhart*
Monika Neidhart

Monika Neidhart

Fast 30 Prozent der gesamten Umweltbelastung in der Schweiz entfällt auf den Sektor Ernährung. Da kann mit dem Einkaufsverhalten also viel bewirkt werden. Doch wie? Jeder hat da so seine Ansichten, was ökologisch erscheint. Die Fakten sprechen manchmal eine andere Sprache.

Umweltbelastungspunkte

Dr. Niels Jungbluth, Experte für Ökobilanz und Energie, hat eine Ökobilanz-Methode mit sogenannten Umweltbelastungspunkten (UBP) entwickelt. Dabei wird das Nahrungsmittel von der «Wiege bis zur Bahre» (Produktion, Verarbeitung, Transport, Lagerung …) beurteilt. Sämtliche Emissionen in Luft, Boden und Wasser und der Ressourcenverbrauch (Energie, Wasser, Land) werden während des ganzen «Lebenszyklus’» des Nahrungsmittels einberechnet. Somit ergibt sich mit dem UBP-Wert ein Vergleichsmassstab (siehe auch Poster der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE: www.sge-ssn.ch/media/kobilanz_von_lebensmitteln_light.pdf).

Unbedingt meiden sollte man Nahrungsmittel, die bei der Produktion nicht nur Sonnenenergie brauchen (beheizte Gewächshäuser!). Vor allem aber auch Flugtransporte, die massiv negativ auf die Ökobilanz wirken. Wer Schweizer Gemüse und Früchte der Saison wählt (im Freien oder in nicht beheizten Tunnels unter natürlichen Bedingungen gewachsen) macht bereits vieles richtig. Da die Deklaration über Produktion und Transport mangelhaft ist, ist man bei biologisch produzierten Nahrungsmittel auf der sicheren Seite. Das Label schliesst Flugtransport und beheizte Gewächshäuser aus.

Handlungsempfehlungen

Die SGE hat unter dem Titel «Foodprints» Handlungsempfehlungen entwickelt (www.sge-ssn.ch/media/Merkblatt_FOODprints_2014_3.pdf):

— Kaufe nur so viel ein, wie nötig: Pro Person werden jährlich über 100 kg Nahrungsmittel weggeworfen (Wert: 500 bis 1000 Fr.). Mit einer Einkaufsliste, richtiger Aufbewahrung und kreativer Restenverwertung kann ohne Verzicht viel erreicht werden.

— Konsumiere überwiegend pflanzliche Lebensmittel: Die Erzeugung von Fleisch und tierischen Produkten benötigt wesentlich mehr Flächen und belastet die Umwelt durch Emissionen und Ressourcen­verbrauch extrem viel stärker als pflanzliche Produkte. Tofu, Quorn, Eier, Käse und Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, weisse Bohnen, Kidneybohnen …) sind ebenso effektive Eiweissquellen und bringen Abwechslung auf den Teller.

— Achte auf die Herkunft der Lebensmittel: Ideal sind regionale Früchte/Gemüse in ihrer Saison.

— Achte auf die Produktions­bedingungen: Labels geben Auskunft. Hintergrundinformationen unter www.labelinfo.ch.

— Kaufe zu Fuss oder mit dem Velo ein: Damit tust du sowohl deiner Gesundheit als auch der Umwelt Gutes. Beispiel: Der Lastwagentransport von Orangen aus Spanien in die Schweiz verursacht 228 UBP pro 1 kg. Fährt man mit dem Auto in das 1 km entfernte Geschäft und kauft 1 kg Orangen, kommen weitere 622 UBP durch die Autofahrt dazu!

— Trinke Hahnenburger: In der Schweiz hat das Trinkwasser eine hohe Qualität. Hahnenwasser braucht keine zusätzlichen Transportwege und Verpackung und ist im Vergleich zu abgefülltem Wasser sehr günstig.

*Monika Neidhart ist Hauswirtschaftslehrerin und Fachjournalistin MAZ/FH, www.textwerke.ch

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