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Braucht es für jede Pflanze einen Spezialdünger?

In unserem kleinen Garten wachsen verschiedenste Blumen, Kräuter und auch zwei Säulenapfelbäumchen. Nun gibt es viele Spezialdünger. Ist es wirklich nötig, solche einzusetzen, oder reicht auch ein Universaldünger?

Othmar Ziswiler*
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Othmar Ziswiler

Othmar Ziswiler

Im Unterschied zu den Gegebenheiten in der Natur gibt es in einem Garten oder einem Pflanzkübel meist keinen intakten organischen Kreislauf, bei dem Regenwürmer, Pilze und Bakterien permanent abgestorbene Pflanzenteile in Nährstoffe verwandeln. Aus diesem Grund muss regelmässig Dünger ausgebracht werden, sonst ist der Boden bald erschöpft, und die Pflanzen werden an Mangelerscheinungen leiden.

Drei Hauptnährstoffe

Grundsätzlich ist es so, dass jede Pflanzengruppe spezielle Bedürfnisse hat. Alle brauchen aber zum guten Gedeihen vor allem drei Nährstoffe: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die sogenannten Hauptnährstoffe. Bei mineralischen Volldüngern sind diese Elemente immer vorhanden. Anders als bei organischen Düngemitteln (zum Beispiel Kompost, Hornspäne, Dünger aus Hühnermist etc.), die aus tierischen oder pflanzlichen Abfallprodukten bestehen und erst noch von Mikroorganismen im Boden zersetzt werden müssen, sind die Nährstoffe von mineralischen Düngern direkt für die Pflanze verfügbar. Somit ist für die Dauer der Wirksamkeit entscheidend, ob in einem Dünger Komponenten mit schneller oder langsamer Verfügbarkeit enthalten sind. In einem Garten lässt sich aber gut mit organischen Düngern arbeiten.

Die drei Mineralien N-P-K unterstützen die Pflanzen auf unterschiedliche Weise: Stickstoff fördert das Wachstum, Phosphor die Bildung von Blüten und Früchten, und Kalium erhöht ihre Standfestigkeit und die Resistenz gegenüber Frost sowie Schadinsekten. Neben diesen drei Elementen sind in einem Volldünger mindestens noch Magnesium und Schwefel enthalten. Magnesium brauchen die Pflanzen für die Fotosynthese und Schwefel beim Aufbau der Eiweisse. Zusätzlich sind in Volldüngern Spurenelemente wie Eisen, Bor, Kupfer, Zink usw. enthalten, die ebenfalls wichtig für das Pflanzenwachstum sind.

Wann Spezialdünger?

In einem Garten mit vielen verschiedenen Pflanzen reicht im Normalfall ein Volldünger (auch Universaldünger genannt) aus. Spezialdünger sind im Gegensatz dazu ganz genau auf eine Pflanzengruppe abgestimmt. Sie sollten vor allem zum Einsatz kommen, wenn es in einem Garten eine grössere Menge der bestimmten Gruppe gibt. Es gibt aber auch Pflanzen – wie Zitronenbäumchen oder Orchideen –, die mit einem Universaldünger nicht passend ernährt werden können, weshalb der Einsatz eines Spezialdüngers sehr zu empfehlen ist.

Dosierung genau einhalten

Sehr wichtig ist eine genaue Dosierung der Düngermenge. Zu viel Dünger ist ebenso schädlich für die Pflanzen wie eine Unterversorgung. Gerade beim Düngen einer grösseren Fläche (Rasen, ...) ist genaues Abwägen der Menge sehr zu empfehlen. Wer es genau wissen will, lässt die Erde in einem Bodenlabor (etwa bei Jardin Suisse) auf den Nährstoffgehalt untersuchen, um allfällige Defizite gezielt ausgleichen zu können.

Beim Ausbringen der Dünger muss darauf geachtet werden, dass dieser ganz gleichmässig verteilt ist. Falls kein Regen angesagt ist, sollte anschliessend gut gewässert werden. Damit gelangen die Nährstoffe in die Böden und werden für die Pflanzen verfügbar.

*Othmar Ziswiler ist Leiter Gärtnerischer Detailhandel bei Jardin Suisse, www.jardinsuisse.ch

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