Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ratgeber

Kann ein Geschenk in jedem Fall umgetauscht werden?

Da mir Gutscheine an Weihnachten zu unpersönlich sind, kaufe ich lieber konkrete Geschenke. Ich war der Meinung, dass, falls ich daneben gegriffen hätte, das Geschenk sowieso umgetauscht werden könnte. Ein Bekannte meinte nun, dass die Geschäfte nicht zum Umtausch verpflichtet sind. Soll ich deshalb besser Gutscheine schenken?
Hugo Berchtold*
Hugo Berchtold

Hugo Berchtold

An sich gilt: «Gekauft ist gekauft.» Das trifft grundsätzlich auch für Weihnachtsgeschenke zu. Will der oder die Beschenkte nach Weihnachten das Geschenk umtauschen oder zurückgeben, müssen die Bedingungen des Geschäfts akzeptiert werden. Denn: Von einem Kaufvertrag kann man im Normalfall nicht zurücktreten.

Warum Kondensmilch?

Anders als in den EU-Ländern gibt es in der Schweiz kein generelles Umtauschrecht. Nur wenn das Produkt einen Mangel hat, kann man es umtauschen, das Geld zurückverlangen oder einen Preisnachlass erhalten. Trotz der fehlenden gesetzlichen Grundlagen zeigen sich aber viele Geschäfte meist kulant und nehmen die Ware zurück, wenn einige Bedingungen erfüllt sind. Wichtig ist, dass das Produkt unversehrt und die Originalverpackung noch vorhanden ist und Sie den Kassenbon haben. Fehlt dieser, akzeptieren einige Geschäfte auch einen Kredit­kartenbeleg. Bei Kleidung ist es sinnvoll, die Etiketten nicht abzuschneiden. Vorsicht ist bei Datenträgern wie CDs und DVDs geboten: Sind sie nicht mehr in der Zellophanhülle verpackt, ist ein Umtausch aus Urheberrechtsgründen aus­geschlossen. Da es keine gesetzliche Verpflichtung für den Umtausch gibt, sind auch die Fristen von Geschäft zu Geschäft verschieden. Die meisten Geschäfte nehmen die Ware innert 30 Tagen zurück, andere sehen dafür 14 Tage vor.

Gemäss der Stiftung für Konsumentenschutz ist es am besten, vor dem Kauf abzuklären, ob ein Umtausch möglich ist. Falls ja, sollte man sich das auf dem Kassenbon handschriftlich bestätigen lassen. Ob man für die zurückgebrachte Ware das Geld oder einen Gutschein erhält, hängt ebenfalls von der Kulanz des Geschäfts ab.

Aufgepasst bei Gutscheinen

Aber auch wer einen Gutschein schenkt, ist nicht immer auf der sicheren Seite: Oft ist auf den Gutscheinen eine begrenzte Gültigkeitsdauer angegeben. Ob diese Beschränkung rechtlich gültig ist, ist umstritten. Mehrheitlich wird die Meinung vertreten, dass die Modifizierung des Gutscheins mittels einer Gültigkeitsdauer eine verkappte Abänderung der Verjährungsfristen darstelle, die nicht zulässig sei. Die Gültigkeitsdauer des Gutscheins richte sich daher im Grundsatz nach den Verjährungsregeln nach Art. 127 und 128 OR. Der Kleinverkauf von Waren, die Lieferung von Lebensmitteln und Beköstigung (z. B. Restaurantgutscheine) verjährten daher erst nach fünf Jahren ab Ausstellung des Gutscheins.

Andere Juristen sind der Ansicht, dass mit einer Gültigkeitsdauer des Gutscheins lediglich eine Bedingung vereinbart werde, wonach die Leistung an den Gutscheininhaber innerhalb einer bestimmten Zeitdauer eingefordert werden könne. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Gutschein verbilligt abgegeben wurde. Und allgemein gilt: Gutscheine können nicht gegen Geld zurückgegeben werden.

*Hugo Berchtold, Redaktor Ratgeber

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.